Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Laura Esnaola (33), Geschäftsführerin von Betreuungs-Onlineservice Care.com Europe in Berlin, die Deutschlandtochter der größten Betreuungsplattform weltweit mit Hauptsitz in den USA.

Laura Esnaola
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Wir helfen Familien: Mit 11,6 Millionen Familien und 9,1 Millionen Dienstleistern in 18 Ländern ist Care.com die größte Onlineplattform für Betreuung weltweit, zusätzlich haben circa 800.000 Mitarbeiter Zugriff auf unsere familienunterstützenden Angebote für Unternehmen.
Womit beginnt Ihr Arbeitstag und wann?
Ich fange gern früh an, stehe gegen 5:30 Uhr auf. Der Versuchung, sofort meine Mails zu lesen, widerstehe ich (noch) und springe stattdessen für zehn Minuten auf die Yogamatte. Als (meistens) Erste im Büro nutze ich die Stille oder führe Telefonate mit Kollegen in Asien.
Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?
Fordernd, aber fürsorglich geradeaus, aber offen für andere Meinungen empathisch, aber allergisch gegen leere Entschuldigungen
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Ich habe nachgefragt: Leidenschaftlich, fordernd, zu früh wach 😉
Tee oder Kaffee?
Beides, jedoch nie gemischt: Kaffee am Morgen, Tee am Nachmittag.
Ihr Spitzname ist…?
Meine zweijährige Nichte nennt mich Wallie. Ich bin in Spanien geboren, meine Nichte in China. Wahrscheinlich ist das ganz folgerichtig die chinesisch-spanische Version von Laurie, wie mich meine Eltern und Geschwister nennen.
Verraten Sie eine Marotte?
Wenn ich durch Berlin laufe, beginne ich automatisch damit, Melodien zu komponieren: Swing, Funk, Klassik, alles. Ich summe heimlich die Melodien in mein Telefon und höre sie mir abends wieder an, um sie auf meiner Violine nachzuspielen.
Was kann Sie in Harnisch bringen?
Wenn Menschen hinterrücks handeln.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Wenn ich Neues zu verstehen versuche, stelle ich unbequeme Fragen, meist ohne Vorwarnung.
Was möchten Sie gerne im Ruhestand machen?
Als ich vor zehn Jahren eine Reise durch Ruanda plante, habe ich mir eine blaue Violine gekauft. Es war die günstigste, die ich finden konnte. Sie hat mich in 45 Länder und die Antarktis begleitet. Im Ruhestand möchte ich meine Reise fortsetzen, weitere abgelegene Orte besuchen und kulturelle Barrieren mit Musik überwinden.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Loyalität: Sich bedingungslos auf jemanden verlassen zu können.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Ich würde sehr gerne für einen Tag ein Sinfonieorchester anleiten… Aber nur wenn ich wüsste, dass sich die Musiker im Nachhinein nicht daran erinnern können. Wie hieß doch gleich dieses Gerät aus Men in Black?

Laura Esnaola (33), sammelt in ihrem Büro in Berlin-Friedrichshain Mitbringsel von Reisen und Geschenke aus Asien. Den Ehrenplatz auf ihrem Schreibtisch hat ein Berliner Bär: Den bekam sie von ihren Kollegen zum Abschied im vergangenen Jahr, bevor sie Berlin und Boston für ein acht Monate langes Gastspiel beim Unternehmensberater Premise in San Francisco verließ. Die Karte schenkte ihr kürzlich einer ihrer 100 Mitarbeiter am Standort Berlin.
