Ablenkungsmanöver AGG

Warum nur ist es so ein Problem, nicht zu diskriminieren – zum Beispiel Frauen? Dass Frauen in ganz Europa in puncto Lohn ausgerechnet in Deutschland zum Beispiel am stärksten diskriminiert werden, ist beschämend. Und kaum schickt sich der Gesetzgeber an, das Problem – weil es anscheinend auf freiwilliger Basis nicht funktioniert – zwangsweise zu lösen und Gleichbehandlung zu verordnen, geht das Gezeter los. Statt sich unverzüglich ans Befolgen des Gesetzes zu begeben. Und sich zu schämen, dass man dieses Problem selbst und ohne Gesetze in den Griff bekommt. Da rechnet zum Beispiel der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHT) anklagend und öffentlichkeitswirksam vor, dass der deutschen Wirtschaft – nur weil sie sich fair und gerecht verhalten soll, wohlgemerkt – immense Kosten entstünden. Und dass dieses AGG den Betrieben „viel Verunsicherung und immensen Dokumentations- und Bürokratieaufwand“ verursache. Nebenbei bemerkt: Dies lässt der DIHT lieber gleich – ein Schelm wer Arges dabei denkt – eine Frau vortragen, die DIHK-Rechtsexpertin Hildegard Reppelmund.
Der Bund dagegen zieht fast taggleich eine Zwischenbilanz und macht eine ganz andere Rechnung auf: Nicht die vom DIHT behaupteten 1,73 Milliarden Euro betrüge der „Schaden“, sondern nur 26 Millionen Euro als Folgekosten für Bürokratie und Dokumentationskosten. Und spricht auch obendrein von Vorteilen, die dieses Gesetz zur Nicht-Diskriminierung brächte.
Ich frage mich: Warum macht man diesen Wirbel um diese angeblichen Kosten, um derlei Gesetze zu befolgen? Hat man je solchen Wirbel angezettelt, als es um andere – gerechte – Schutzvorschriften für Arbeitnehmer ging? Warum dieser Ablenkungsmanöver, die den Blick weglenken sollen von der eigentlichen Problematik?
Warum nur ist es so schwer einzusehen und umzusetzen, dass Diskriminierung – sei es von Frauen, sei es von jedweden Minderheiten – schlicht unfair ist. Erst kürzlich überraschte mich ein renommierter wie erfahrener Coach von Dax-Vorständen mit seiner Analyse des Missstands der weitgehend frauenfreien Top-Management-Etagen und komplett frauenbefreiten Dax-Vorstände: Hierzulande hülfe es nur, Frauen-Quoten für Führungspositionen einzuführen. Doch das wäre die Ultima Ratio – so wie in Norwegen. Ob so eine Frauen-Führungsquote für die Wirtschaft billiger wäre?
http://afp.google.com/article/ALeqM5iogQgd-fpw_sBNi8G5iz0DNzcO-A
<a

Ein Kommentar zu „Ablenkungsmanöver AGG“

  1. Die Territorien sind und waren von vorneherein festgesteckt, und weil sich alle einig sind und es geheime Spielregeln gibt, passiert an dieser Stelle nichts. Burschenschaften ist in diesem Zusammenhang nur ein Beispiel.
    Der normal sterbliche mit AGG Kentnissen weiß garnicht worum es geht. Daher wird richtig mit Bezeichnern wie In und Innen abgelenkt und die meisten fallen darauf herein.

    Ein 2. Problem ist die Frauen erhalten nicht die gleichberechtigte Qualifizierung die Männern als selbstverständlich zugestanden wird. Natürlich wissen sie dann manches nicht und es werden ständig Fallen gebaut um die Frauen ins Lächerliche zu ziehen.
    Es wird nur in der Öffentlichkeit so getan als ob, und die Betroffenen oder die Bildungspolitik weiß in diesen Fällen nicht was hinterum alles abläuft.

    Natürlich gibt es Unternehmen die anders arbeiten.

    Durch die Zeitarbeit ist die Situation für Frauen deutlich schlechter geworden. Besonders die Sprüche von Vorgesetzten damals : Noch siehst du ja gut aus, deuten einiges. Es geht nur bis zu einem bestimmten Alter und dann werden die Frauen durch jüngere ausgetauscht und die jüngeren oder neuen Frauen sind entweder zu jung, zu „doof“ oder es macht Ihnen einfach Spass und hauen immer wieder die anderen in die Pfanne. Was habe ich da alles schon an Lästereien gehört. Die finden sich ganz toll.

    Das Problem liegt bei den Frauen: Wenn Unternehmensberaterinnen, mir bekannt seit seit 20 Jahren, aussagen: Die anderen Frauen sollen doch gefälligst arbeiten gehen für ihr Geld und soweiter,

    habe ich seit Jahren gehört, diese Aussagen,

    und die Hausfrauen können es eben nicht, weil sie kaum Möglichkeiten haben, eben ausser putzen gehen
    und die Männer gerade die „jungen Männer“ von heute ihre eigenen Frauen blockieren und nicht wollen, dass diese arbeiten gehen, insbesondere wenn Kinder da sind.

    Die Unternehmensberaterinnen und Business Frauen haben viel dazu beigetragen, dass Frauen ohne Arbeit aus dem Rentensystem fallen. Unsere Karrierefrauen haben sich am Sozialabbau der nichtarbeitenden Frau beteiligt ohne zu hinterfragen, eben weil es diesen einigen relativ Frauen leicht gemacht wurde oder sie umschmeichelt wurden?
    Gerade Frauen sind an der Diskriminierung anderer Frauen beteiligt.

    Mariana Mayer

Die Kommentare sind geschlossen.