Produktivitätsverluste durch mutlose Chefs

Wer Wert darauf legt, dass sich seine Investititon ins Personal rechnet, sollte in seinem Betrieb vor allem diese zwei Verhaltensweisen ächten: Zum einen das Vorenthalten von Informationen, so dass Kollegen gar nicht weiter arbeiten können oder jedenfalls nicht so gut wie es sein könnte. Zum anderen das Schlecht-machen von Kollegen. Diese beiden Unarten – die sicher oft genug nicht nur die Grenzen der guten Erziehung überschreiten, sondern sogar den strafrechtlichen Tatbestand von übler Nachrede oder Verleumdung erfüllen – stehen an erster Stelle der gängigen Mobbing-Methoden (63 beziehungsweise 62 Prozent). Diese Untersuchung stammt vom Ifak Institut aus Taunusstein.
Die Hitliste der weiteren unternehmensfeindliche Praktiken von Mitarbeitern, denen die Unternehmensziele egal, sind funktionieren so: Sie verbreiten bewusst Lügen und Gerüchte (56 Prozent), lassen bewusst Kollegen ins Messer laufen (53 Prozent) , ignorieren Kollegen (44 Prozent) oder geben absichtlich Falschinformationen weiter (42 Prozent). Diese Fiesheiten geschehen gegenüber Männern oder Frauen gleichermaßen, Ältere sind jedoch öfter Opfer als Jüngere.
Erstaunlich ist, wie viele Unternehmenslenker und Führungskräfte solche Praktiken immer noch tatenlos mitansehen, weggucken, geschehen und unverfolgt lassen – obwohl sie der eigenen Firma massiv schaden. Und diese Schäden sogar zuzuordnen und zu errechnen sind. Nicht nur als verschwendete Arbeitszeit, sondern auch als entgangener Gewinn. Abgesehen davon, dass es auch für Vorgesetzter kaum ein angenehmes Gefühl sein kann, zu wissen, welche Zecken da unter ihnen da solche Schäden anrichten, solch ein subversives Horror-Regiment führen – und als nächstes auch an ihrem eigenen Stuhl sägen. Ganz abgesehen davon, wie Kunden unter solchen Gesinnungen zu leiden haben – und der Firma aus (scheinbar unerklärlichen Gründen) von der Fahne gehen.
PS: Und die getriezten Kollegen bringen es deshalb auf 12,2 Fehltage pro Jahr – knapp doppelt so viele wie jene Kollegen, die nicht attackiert werden.
Fazit: Wer Mut beweist und die Opfer unter und vor den anderen Mit(oder besser Gegen-) arbeitern schützt, reduziert die Produktivitätsverluste seiner Firma, verbessert damit auch sein eigenes Ergebnis. Zur Not mit einer Betriebsvereinbarung mit Betriebsstrafen.
www.ifak.com/de/news/jeder-achte-besch-ftigte-leidet-unter-mobbing.html

7 Kommentare zu „Produktivitätsverluste durch mutlose Chefs“

  1. Fallbeispiel:

    Ich persönlich habe detaillierte Berichte über Mobbing an Vorgesetze weitergeleitet. Diese wurden a) vernichtet/verleugnet und b)vermutlich nicht weitergereicht.

    Ein Mitarbeitergespräche muss gelesen werden, vielleicht war genau dies erst der Beginn des Mobbings?

    Mobbing geschieht vom Kopf her, weil Arbeitsplatzabbau betrieben wird.

    Mobbing geschieht folgendermaßen: Sobald sie den Mund aufmachen werden die Tasachen verdreht und gegen sie verwendet. Dann heißt es: Der hat mich ja gemobbt.
    Verlustrechnung: Bei gleichberechtigter Bezahlung, Tarif IG Metall 80 000 Euro brutto (+ Ausbildung + Arbeitsmittel) und nicht folgender 4 jähriger Arbeitslosigkeit aufgrund von Mobbingattacken:
    8 * 80 000 = 640 000 Euro – ausbezahltes Bruttogehalt – Arbeitslosengeld = ca. 420 000 Euro brutto Verlust. Das ist doch eine stattliche Summe.
    Mein Verlust durch Mobbing beträgt knapp eine halbe Million Euro. Zusätzlich kommt noch die erfolgte Schädigung durch die Mobbingaktionen, das Ausgrenzen, die verminderte Lebensqualität als Dikriminierte, dass im Prinzip „der Staat“ und dieSozialversicherungen wieder aufarbeiten müssen, durch Mobbingseminare, Psychologen, Kliniken etc.
    Nur: An dieser Stelle wird einfach nicht mehr bezahlt,d.h. gespart.

    Ich war auf Mobbingseminaren (mit zu zahlendem Beitrag), dort habe ich extrem verschüchterte Frauen getroffen. Sie ließen sich nicht fotografieren, wollen nicht in der Öffentlichkeit auftreten haben sogar bis hin in Abteilungen der EU gearbeitet! Nach dortiger Aussage: Die Abteilung gewechselt und wurden gleichfalls rumgereicht bzw. ausgegrenzt. Das ist systematisches Vorgehen. Sobald die Abteilung gewechselt wird ist vorbei. Es gibt unbekannte oder bekannte Regeln. Auf jeden Fall sind sich die Treiber einig. Es wird der Weg des geringsten Widerstandes gegeangen und der Weg des geringeren Widerstandes bei Arbeitsplatzkampf sind alleinstehende Frauen mit Kindern, sozialschwache Männer etc. etc.

    Mariana Mayer

  2. Wie mit Frauen unterschiedlich umgegangen wird, ist am Beispiel Palins gleichfalls öffentlich sichtbar.

    Weitere Buchempfehlung: Das Schwarzbuch zur Lage der Frauen.

    Weltweit.

    Mariana Mayer

  3. uiuiui Mariana Mayer,

    auf allen handelsblatt Blogs nur am trollen.

    Bitte die Kommentare einfach konsequent löschen.
    Dieses, ich bin so arm und die Welt so ungerecht und alle sind gegen mich Gejammer in jedem Blog des Handelsblattes und unter jedem Artikel ist ja nicht mehr auszuhalten.

    Zum Thema, viele Führungskräfte sind von der alten Riege und bekommen das gar nciht mit. Die führen ihre Abteilungen noch nach dem MOtto, ich hier, ihr da. Macht mal was ich sage und dann läuft das schon. Und wenn ihr Probleme habt, dann fechtet die gefälligst selber aus. Mit neuen Generationen, die viel interaktiver mit Mitarbeitern umgehen und ganz anders geschult wurden wird sich das ändern. Man braucht nur den Unterschied zwischen den meisten jungen und den meisten älteren Führungskräften im Unternehmen zu betrachten.

  4. Ihr interaktives Vorgehen bedeutet: Bitte die Kommentare einfach konsequent löschen.

    Also propagandieren Sie => Redeverbot: Herr Shore

    Abgesehen davon hat die Wahrheit und Fakten sagen nichts mit jammern zu tuen.

    Die junge Generation Führungskräfte die es tatsächlich unbestritten gibt Herr Shore, die wird für sich selber sprechen. Doch wieviel Prozent

    Frauen sind es, Herr Shore?

    Mariana Mayer

  5. Im Bankensektor hat man inzwischen begriffen, dass „die junge Generation der Führungskräfte“ mehr geschadet als genutzt hat. Mit jung, dynamisch und allseits bereit, geht diese Geschäftspoltik zurück bis in die 1960er Jahre, als man die alterfahrenen Mitarbeiter auswechselte. Aggressive Geschäftsideen konnten nur so durchgesetzt werden. Wohin sie führte, dass erleben wird aktuell… und alle zahlen wir nun was diese Generation angerichtet hat.

    Doch eine Umstellung auf seriöses Geschäftsgebahren dürfte 2008 schwerer sein als in den ’60ern, da mit dem „Vorenthalten von Informationen“, über den seriösen Umgang mit Bankkunden alles geschäftsschädigende seinen Anfang genommen hat.

  6. Ich bin Abteilungsleiter und versuche, mich an die Tipps zur Mitarbeiterführung von bwr-media.de zu halten. Es ist nicht immer leicht, vor allem, wenn die anderen Führungskräfte lieber ihren eigenen „Führungsstil“ beibehalten wollen. Aber mein Team ist zufrieden und wir haben tatsächlich insgesamt weniger Pannen und Stress als andere Gruppen!

Die Kommentare sind geschlossen.