Schreibt ein Cafè diesen Satz in seine Speisekarte gilt es als spinnert. Typisch deutsch, kleinkariert. Und so wurden diese sechs Worte zu einem geflügelten Wort und symbolisierten eine sehr deutsche Marotte.
Nur: was soll man sagen, wenn eine Ladenkette wie die Douglas-Tochter Christ sich so eine Devise auf die Fahnen schreibt?
Am verkaufsoffenen Sonntag auf der Düsseldorfer Königsallee jedenfalls bekommt man bei Christ keine Uhrenbatterie eingesetzt. Sie ist zu preiswert, an so einem Tag möchte man nur richtige Geschäfte abschließen. Eine Rolex, Breitling oder Longines für mehrere tausend Euro verkaufen, das geht wohl schon: Aber einem Stammkunden, der seine Uhr – für die er nun eine neue Batterie braucht – bei Christ erworben hat, nun seine Ersatzbatterie verkaufen? Undenkbar bei der Juwelierkette. Jedenfalls Sonntags, wenn die Verkäuferinnen Überstundenzuschläge erhalten. Auf die Idee, dass dieser Kunde – der bereits mehre Uhren dort erstanden hat – verprellt werden könnte, kommt man nicht. Das Kundenbild bei Christ ist anscheinend vielmehr dieses: Der Kunde hat den ganzen Tag unter der Woche Zeit für solche Erledigungen – er ist Rentner, Student, Arbeitsloser, was auch immer. Denn er hat viiiiieeeeeel Zeit zum Shoppen. Aber er ist wohl kein steuern-zahlender abhängig Beschäftigter, der zu den Öffnungszeiten dieser Juwelierkette selbst arbeiten und seine Brötchen verdienen muss. Und: Wer zu der Douglas-Tochter kommt, um eine Batterie zu kaufen, der lässt sich auch nicht zum Spontankauf verleiten von etwas anderem.
ABC-Theorie schön und gut, Kunden-Rosinenpicken auch, aber nun stellen Sie sich mal vor, dasselbe würde sich ein niedergelassener Mediziner erlauben. Der muss nicht nur für eine lächerliche Pauschale einen Patienten drei Monate lang behandeln samt allem Geräte- und Personaleinsatzes und bei drei, fünf oder gar sieben Behandlungsterminen in einem Quartal, für – sagen wir mal – 25 Euro. Mehr noch: ist die Zahl der Patienten, die dem Arzt seine Krankenkasse zugesteht erreicht, darf er die nächsten Patienten fortan kostenlos behandeln. Limitierung und Budgetierung. Dazu zwingt ihn schon die Ärztekammer im Verein mit der Kassenärztlichen Vereinigung.
Doch der Christ-Laden um die Ecke, der ist so vornehm, dass er es weder nötig hat, Kunden in seinen Laden zu locken – und sei es über Batteriewechsel – noch jeden x-beliebigen Kunden zu bedienen. Konsequenterweise sollte man doch gleich an verkaufsoffenen Sonntagen ein Schild an die Eingangstür hängen mit den Worten: „Heute nur Einkäufe über 50 Euro.“ Oder: „Eintritt heute nur erlaubt für Kunden, die mindestens 50 Euro umsetzen.“
Die Finanzkrise scheint bei Christ/Douglas jedenfalls auch noch nicht angekommen zu sein. Schade nur, dass man Batteriewechsel noch nicht im Internet bekommen kann.
Bei Christ auf der Kö in Düsseldorf gibt es doch gar nicht zitierte Marken a la Breitling und Rolex, allenfalls Longines. Schlecht geschrieben, wenn die Fakten nicht mal stimmen. Möglichweise war das Auftreten des Kunden – wenn es ihn gab – auch daneben.
Wie glaubwürdig ist eine Geschichte mit belegbar falschen Fakten?
Allenfalls reisserisch.
Ich bin nicht für Christ tätig, bin nur Düsseldorfer und kenne die Marken, die dort verkauft werden.
Hier wird der Eindruck erweckt, man kümmere sich dort nur um die Kunden mit Geld. Da Rolex immer mit teuren Uhren assoziert wird, was im Übrigen auch nicht stimmt, passte dem Autor das wohl ganz gut in den Kram.
Kleiner Tipp: bei Kaufhof und Karstadt gibt es Servicestationen, die freuen sich über einen Servicefall, auch am Samstag, sogar am Sonntag.
Aber auch da muss man ggf. warten und nett sein!