Edeka entbehrt die Haie in der Tiefkühltruhe

Edeka übt Verzicht – und nutzt es gleichzeitig geschickt zur Eigenwerbung. Ab Januar, so gelobt die Supermarktkette, wolle man keine Fischsorten mehr verkaufen, die zu bedrohtenTierarten gehören: Hai, Aal, Wildstör und Rochen. Spontan hätte ich die auch nicht in jeder Edeka-Tiefkühltruhe Haie erwartet, aber offenbar scheint dem Händler diese Entscheidung ja schwer zu fallen (Ob diese Fische so eine hohe Gewinnspanne haben?). Denn er entbehrt etwas, da er ja „verzichtet“. Doch – wer die AP-Meldung mit so viel Gutmenschentum weiter liest, erfährt, dass es mit dem „Verzicht“ gar nicht so weit hier ist. Denn “in den vergangenen Jahren hat Edeka in seinen Filialen das Angebot dieser Sorten bereits um 90 Prozent verringert.“ Das bringt endgültig Klarheit in die Helden-Pressemitteilung. Es waren überhaupt nur noch zehn Prozent des früheren Sortiments übrig – und den Rest, die zehn Prozent, streicht man jetzt auch noch.
http://de.news.yahoo.com/2/20091106/tbs-edeka-verkauft-ab-2010-keine-bedroht-f41e315.html

2 Kommentare zu „Edeka entbehrt die Haie in der Tiefkühltruhe“

  1. Edeka macht auf Corporate Social Responsibility – das ist doch schwer in Mode – darüber haben Sie Frau Tödtmann doch auch schon öfter geschrieben – und gibt sich damit weiter der Lächerlichkeit preis.

  2. WWF – EDEKA – eine Marketingsymbiose?

    Der Rückgang der Aal-Bestände ist durch vielfältige Einwirkungen beeinflusst. Zum einem im Wesentlichen durch den Betrieb von Wasserkraftwerken ist das Wanderverhalten der Aale negativ beeinflusst – rd. 30 % der aufsteigenden Aale werden getötet. Darüber hinaus ist durch den Kormoranfrass der Aal bedroht. Es werden in Deutschland nachweislich in der Menge mehr Aale durch den Kormoran getötet, als in der Binnenfischerei gefangen werden. Zusätzlich ist anzumerken, dass aus den Erträgen der Fischerei aber auch durch Angelvereine seit Jahrzehnten Besatzmaßnahmen durchgeführt werden, um den Aalbestand zu stärken. Die geringste Menge der Aale wird durch die Fischerei und Vermarktung benötigt! Es gibt viele wirkungsvolle und nennenswerte Initiativen – die im Artikel leider nicht (bewußt?) genannt worden sind. Schade!!

    WWF und EDEKA haben gemeinsame PROJEKTE. WWF berät EDEKA bei der Fischauswahl und als Gegenleistung unterstützt EDEKA Projekte des WWF….?!

Die Kommentare sind geschlossen.