Über manche Werbung können sich Unternehmen nur freuen: Wenn sie kostenlos ist und das eigene Produkt auch noch sehr gut dastehen lässt. Der schwäbische Stofftierproduzent Steiff in Giengen an der Brenz – bei der Gelegenheit: Wer Giengen nicht kennt, kennt die Brenz vermutlich auch nicht, aber wenn es so heisst, bitte – hat heute Grund zur Freude. Da verrät uns das Londoner Auktionshaus Christie´s, wie ein früherer Hedgefondmanager sein eigenes Geld angelegt hat: Paul Greenwood selbst investierte keineswegs in Bankprodukte, Versicherungen, Immobilien oder ähnliche Klassiker. Nein, in Steiff-Teddybären investierte er. 13 000 dieser Stofftiere mit Knopf im Ohr hat der Mann wohl zusammengekauft. Und zwar „nur museumswürdige Stücke von neuwertigem Zustand“, wie es heisst. Und die Summe lässt aufhorchen: 1,4 Millionen Euro soll die Sammlung immerhin wert sein.
Bleibt abzuwarten, wieviel die Sammlung am Ende bei Christie´s erzielt. Reichen dürfte die Summe jedenfalls nie, denn der Ex-Hedgefondmanager muss eine Geldstrafe von 83,5 Millionen US-Dollar zahlen. Hatte er doch Anleger zuvor um 554 Millionen Dollar geprellt. Denen hatte er sicher andere Geldanlagen als historische Steiff-Tiere vermittelt.
Ob und wie lange er obendrein dafür ins Gefängnis muss, wird erst am 1. Dezember 2010 verkündet. Und dorthin kann er die Kuscheltiere ohnehin nicht mitnehmen.