Der „FAZ“ hat der Karstadt-Aufsichtsratschef Stefan Fanderl nach dem spektakulären Abgang der Karstadt-Chefin Sjöstedts heute in einem Interview eine Antwort gegeben, die erstaunt – die Passage geht so:
„Was bleibt von der Strategie Sjöstedts übrig? Sie wollte die Häuser regionaler ausrichten und die Mitarbeiter stärker einbinden.
Frau Sjöstedt konnte dem Unternehmen in der kurzen Zeit keine neue Strategie, aber eine Reihe wichtiger Impulse gegeben: mehr Entscheidungskompetenz dorthin wo unser Kunde ist, das Wissen unserer eigenen Mitarbeiter zu nutzen, statt teure Berater einzukaufen. ….. Für die Umsetzung braucht es dann Entschlossenheit, Führungskraft und Teamgeist.“
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Man reibt sich die Augen und wundert sich. Da erfahren die Karstadt-Aufsichtsräte von der Ex-Ikea-Managerin offenbar zum ersten Mal im Leben, dass die eigenen Mitarbeiter Wissen über ihre Kunden haben. Diejenigen, die täglich die Kunden beraten und bedienen. Die mit ihnen sprechen, mitbekommen, welche Produkte sie suchen (vielleicht vergeblich) ihre Beschwerden hören – und ab und zu ein Lob.
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Normalerweise machen nur Unternehmensberater, die insgeheim schon den klaren Personalabbau-Auftrag bekommen haben, einen großen Bogen um die Mitarbeiter.
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Und stellen dann die Liste zusammen, wer so alles gehen muss.
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Berater dagegen, die die Abläufe und die Produktion tatsächlich verbessern sollen und wollen, erzählen, dass sie eigentlich nur die Mitarbeiter fragen und deren Ideen wie Kritiken sammeln brauchen.
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Was Wissen in den Mitarbeiter-Köpfen
Gute Manager wissen dagegen: Das Know-how über Kunden und Kaufverhalten ist meistens vorhanden. Man muss das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter nur heben. Wenn überhaupt noch Leute da sind. Bei Karstadt Düsseldorf hat man schon lange echte Mühe, irgendwen zu finden.
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Doch: wie kommt man an deren Know-how?
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Das gelingt nur selten mit – gut gemeinten – Ideen-Wettbewerben. Aber prima Chancen hat, wer einfach mal mit den Leuten redet und sie ernst nimmt.
Und, welch Wunder, deren Erfahrungen sind nicht nur preiswert zu haben, sondern die Menschen freuen sich auch, wenn sie etwas beisteuern können. Wenn sie noch nicht ganz den Glauben an ihre Firma verloren haben, weil sie seit Jahren eine unverständliche Unternehmensentscheidung nach der anderen miterleben. Weil sie im Grunde viel lieber an ihren Arbeitgeber und damit auch ihre eigene Zukunft glauben können wollen.
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Also ich bin gespannt, ob die verbliebenen Karstadt-Mitarbeiter künftig nach ihrer Meinung gefragt werden. Obwohl Frau Sjöstedts nicht mehr an Bord ist. Und ob ich das bei meinem Karstadt-Haus auch bemerke.