Fragebogen „Nahaufnahme“: Bizerba-Chef Kraut würde gerne mal einen Tag bei der Balinger Tafel arbeiten

 

Andreas Wilhelm Kraut, Geschäftsführer des Familienunternehmens Bizerba, der Waagenfabrik, hat den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet:

Andreas Wilhelm Kraut von Bizerba

Andreas Wilhelm Kraut von Bizerba

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut?

Wir entwickeln seit 150 Jahren Waagen, Schneidemaschinen und Auszeichnungsgeräte, die beim Metzger um die Ecke, im Supermarkt des Vertrauens oder in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommen.

 

Womit beginnt Ihr Arbeitstag und wann?

Wenn ich nicht auf Reisen bin, starte ich gegen 7.30 Uhr mit den ersten Abstimmungstelefonaten im Auto auf dem Weg ins Büro.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

Von den Schwaben heißt es, sie würden dem Motto folgen „Net g’schimpft isch g‘lobt g‘nuag“ – auf hochdeutsch „Nicht geschimpft ist genug gelobt“. Diese Eigenschaft kann ich zwar nicht ganz verleugnen, aber ich arbeite hart an mir – schließlich arbeiten bei uns weit mehr Nicht-Schwaben als Schwaben.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Ich glaube, dass sie mit meinem Führungsstil ziemlich einverstanden sind und feststellen, dass ich die Tradition aus den letzten vier Generationen mit viel Schwung und Dynamik fortsetze.

 

Tee oder Kaffee?

Im Prinzip immer Kaffee – wenn es sein muss auch mal einen Tee zur Beruhigung.

 

Ihr Spitzname ist…?

AWK – ich trage die Vornamen meines Ur-Urgroßvaters (Andreas) sowie meines Urgroßvaters und Großvaters (Wilhelm), und daraus ist dann in der Firma der AWK geworden. Spart übrigens beim Unterzeichnen von E-Mails Zeit.

 

Verraten Sie eine Marotte?

Zu meinem 40. Geburtstag habe ich von meiner Führungsmannschaft ein Fahrsicherheitstraining geschenkt bekommen – ein Schelm, wer dabei Böses denkt…

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Wenn die Dinge zu langsam vorangehen, und wenn Mitarbeiter zu wenig flexibel und offen für Neues sind. Denn bei aller Tradition sind unsere Innovationen das, was zählt.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Kommt auf die Sichtweise beziehungsweise die Herkunft an: Meine schwäbischen Landsleute sind manchmal regelrecht verunsichert, wenn ich zu viel lobe…

 

Was möchten Sie gerne im Ruhestand machen?

Meine beruflichen Jahre in den USA waren super. Ich könnte mir gut vorstellen, als Ruheständler dort wieder etwas mehr Zeit zu verbringen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Wenn mir jemand offen und klar die Meinung sagt.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – was wäre das?

Neulich war ich zu einem Termin bei der Balinger Tafel. Hier mal einen Tag hinter dem Ladentisch zu stehen und mit den bedürftigen Kunden über deren Alltagssorgen und -träume zu sprechen – das erdet.

 

 

 

bizerba.Lieferschein

 

Dieses Modell einer Ladenwaage hat einervon Krauts Söhnen für ihn gebastelt – und auch den Lieferschein direkt mit dazu gepackt.