Video-Tipp – CNNs Business Evolved: Von vernetzten Kühen und fahrerlosen 26-Tonnern – Das Potenzial der 5G-Technologie (Gastbeitrag)
CNN Business hat das Online-Special „Business Evolved“ herausgebracht: Dort werden für Unternehmensentscheider Trends, Technologien und Innovationen behandelt.
Die 5G-Technologie ist eine dieser Entwicklungen. Zwei CNN-Business-Videobeiträge zeigen das Potenzial dieser Technologie zur Disruption bestimmter Industrien. Als Beispiele dienen die Landwirtschaft und der Mobilitätssektor (Links zu den Videobeiträgen unten). Die 5G-Technologie verfügt über das Potenzial, zahlreiche Industrien nachhaltig zu verändern – darunter eine der ältesten der Welt: die Landwirtschaft.
Bei japanischen Austernfarmen und Kartoffelproduktionen in den Niederlanden
Als 4G-Nachfolger erzielt die nächste Generation eine deutlich höhere Übertragungsbandbreite und Reaktionsgeschwindigkeit. Dadurch wird die Kommunikation zwischen Geräten und Servern erheblich beschleunigt. Die Technologie eignet sich somit insbesondere für die Übertragung von Informationen von abgelegenen Sensoren und Drohnen, die derzeit auch von Landwirten getestet werden. Dabei soll die 5G-Technologie ein wichtiger Aspekt bei der Automatisierung von landwirtschaftlichen Prozessen werden.
Die Technologie kommt im Rahmen von Pilotversuchen bereits in einigen Ländern zum Einsatz. So werden in den Niederlanden Drohnen im 5G-Netz zur Optimierung der dortigen Kartoffelproduktion eingesetzt, während in Japan die Überwachung der Wassertemperatur und Salzkonzentration in Austernfarmen durch Sensoren getestet wird.
5G-Halsbänder für vernetzte Kühe
Im März lancierte die „5G RuralFirst“-Initiative in Großbritannien die Smartphone-App „Me+Moo“. Mithilfe der App können Landwirte ihre vernetzten Kühe überwachen und täglich über die Gesundheit und das Verhalten ihrer Tiere informiert werden.

(Foto: CNN International)
Das Projekt wird von der britischen Regierung und dem Technologieunternehmen Cisco unterstützt und derzeit im Agri-Epi Center in Somerset durchgeführt. Die Kühe tragen dort Halsbänder, die mittels 5G-Netzwerk Daten an die App senden. Die Datenaufzeichnung reicht von der Nahrungsmittelaufnahme bis hin zum Schlafverhalten. Landwirte können die Informationen sofort einsehen und mit Tierärzten oder Ernährungsberatern teilen. „Das gibt ihnen die nötige Sicherheit, dass die Kühe gesund und glücklich sind und sich normal verhalten. Darüber hinaus wird man frühzeitig gewarnt, wenn sie krank werden, schwanger sind oder kontrolliert werden müssen“, sagt Projektleiter Duncan Forbes.
5G-Befürworter argumentieren, dass der Agrarsektor gut positioniert ist, um von der neuen Technologie zu profitieren. Denn die landwirtschaftlichen Betriebe decken große Gebiete ab, die oft nur schwer zu überwachen sind. Die Technologie könnte etwa dabei helfen, Bewässerungssysteme zur optimalen Tageszeit einzuschalten oder Rinder auf jene Weidenflächen zu verteilen, die die beste Ernährung ermöglichen. Durch solche Effizienzsteigerungen können zudem mehr Lebensmittel produziert werden. Damit jedoch die Landwirtschaft von der neuen Technologie profitieren kann, müssen die 5G-Netzwerke noch in den ländlichen Regionen installiert werden.
Automatisierung als Schlüssel
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen prognostiziert, dass Landwirte bis zum Jahr 2050 ihre Nahrungsmittelproduktion im Vergleich zu 2009 weltweit um 70 Prozent steigern müssen, um die schnell wachsende Weltbevölkerung versorgen zu können. „Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, benötigen die Landwirte neue Technologien, um immer größere Mengen aus weniger Land und mit weniger Händen zu produzieren“, bekräftigt ein Bericht der Organisation.

(Foto: CNN International)
Autonome Traktoren säen, Drohnen überwachen die Ernte
Ein weiteres Projekt von „5G RuralFirst“ aus dem Jahr 2017 zielte darauf ab, den gesamten Prozess bis zur erfolgreichen Ernte so zu gestalten, dass kein einziger Mensch einen Fuß auf ein Feld setzen musste. Autonome Traktoren säten das Saatgut, Drohnen mit Sensoren überwachten die Ernte und kleinere Maschinen entnahmen Proben, um festzustellen, welche Düngemittel und Pestizide eingesetzt werden sollten.
Das Projekt namens „Hands-Free Hectare“ konnte im vergangenen Jahr eine weitere erfolgreiche Ernte verbuchen. Nun geht es darum, die 5G-Technologie zur Steigerung der Präzision und Effizienz im Bereich des Pflanzenschutzes einzusetzen. „Die Innovationen werden nicht nur dazu beitragen, die Landwirtschaft zu erhalten – sondern allen, die in diesem Bereich tätig sind, die Arbeit erleichtern“, sagte Jonathan Gill, ein Forscher an der Harper Adams University.

(Foto: CNN International)
Autonome Lkw dank kompletter Vernetzung: LKW-Test in Schweden auf öffentlichen Straßen, ganz ohne Mensch
Im Bereich der Innovationen steht der Mobilitätssektor derzeit besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Seit diesem Monat wird in Schweden ein elektrischer Lkw ohne Führerstand und Fahrer auf einer öffentlichen Straße getestet. Beim „T-Pod“ handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des schwedischen Startups Einride und DB Schenker. Der 26-Tonner bewegt sich dabei im fließenden Verkehr und transportiert Waren durch ein Industriegebiet. Der Weg vom Lagerhaus zum Frachtterminal beträgt dabei nur 300 Meter, besteht jedoch aus fünf rechtwinkligen Kurven und einer 100 Meter langen Straße, die von anderen Lkw und Fahrzeugen genutzt wird.

(Foto: CNN International)
Im Fünf-Kilometer-Tempo beim Versuch
Der T-Pod hat eine Reichweite von 200 Kilometern und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 85 Kilometern pro Stunde, darf aber während des Versuchs nur fünf Kilometer pro Stunde fahren. Das Tempolimit wurde von der schwedischen Transportbehörde festgelegt.
Der Lkw kann von einem Bediener aus der Ferne gesteuert werden, der bei Bedarf die Kontrolle übernimmt. Der Versuch soll bis Ende 2020 laufen. Laut Einride ist es das erste Mal, dass ein vollständig selbstfahrender LKW ohne Fahrer auf einer öffentlichen Straße zugelassen wurde. Andere Unternehmen absolvieren bereits Testläufe auf öffentlichen Straßen. Dort befindet sich jedoch stets eine Person im Fahrzeug, die im Notfall eingreifen soll.

(Foto: CNN International)
Auch beim T-Pod wird die 5G-Technologie benötigt, um eine reibungslose Kommunikation zwischen Kameras, Radar und 3D-Sensoren zu garantieren und eine 360-Grad-Überwachung der Umgebung zu ermöglichen. Angesichts des Fahrermangels blickt die Branche gespannt auf die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich. Die American Trucking Associations schätzt, dass in den USA allein noch etwa 60.000 Fahrer benötigt werden. In Europa gibt es laut Transport Intelligence, einem Forschungsunternehmen für die Logistikbranche, 150.000 unbesetzte Lkw-Fahrerpositionen.
Videos aus dem „Business-Evolved”-Spezial von CNN Business:
„T-Pod – Wie ein 26-Tonner autonom auf öffentlichen Straßen fährt“: https://edition.cnn.com/videos/business/2019/05/15/einride-driverless-truck-sweden-orig.cnn-business
„Wie 5G die Landwirtschaft verändern wird“: https://edition.cnn.com/videos/business/2019/03/29/5g-farming-biz-evolved-lon-orig.cnn-business/video/playlists/intl-business/