Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Ludwig van Beethoven, der mit Büchern nach seinen Bediensteten warf. Er hätte heute seinen 250. Geburtstag

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Ludwig van Beethoven, der am 16.12.1770 – also vor 250 Jahren – geboren wurde.

 Die Antworten herausgesucht hat Malte Becker, Direktor vom Beethoven Haus in Bonn und Künstlerischer Direktor der Beethoven Jubiläumsgesellschaft 

https://www.bthvn2020.de/

 

 

(Foto: C.Tödtmann)

 

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Was meine Ich AG angeht, ja du lieber Himmel mein Reich ist in der Luft, wie der wind oft, so wirbeln die töne, so oft wirbelts auch in der Seele, doch alle Noten, die ich mache, bringen mich nicht aus den Nöthen!!

 

Womit beginnt Ihr Tag?

Morgen um fünf Uhr. Brummend im Bade. Auf Einfälle hoffend. Sie kommen ungerufen, mittelbar, unmittelbar, ich könnte sie mit Händen greifen.

 

Was unterscheidet Sie sich im Auftreten, im Behave von anderen?

Wissen Sie, was Fürsten sind, sind sie durch Zufall und Geburt, was ich bin, bin ich durch mich; Fürsten hat es und wird es noch Tausende geben; Beethoven gibt’s nur einen.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Er wirft mit Büchern nach uns, ist leider eine ganz ungebändigte Persönlichkeit, die zwar gar nicht unrecht hat, wenn sie die Welt destabel findet, aber sie freilich dadurch weder für sich noch für andere genußreicher macht.

 

Tee oder Kaffee?

Kaffee, stark, am liebsten 60 Bohnen für eine Tasse.

 

Ihr Spitzname ist…?

Der Spagnuolo

 

Verraten Sie eine private Marotte.

Ich krieg schonmal einen Raptus. Was hilft? Wasser über den Kopf gießen zur Klärung der Gedanken und Kühlung des Kopfes.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Borniertheit und Arroganz der anderen (die eigene finde ich völlig normal), insbesondere Adlige, die reden, wenn ich musiziere. Für solche Schweine spiele ich nicht.

 

… und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Passiert mir selten. Denn gegen alle Menschen lasse ich äußerlich nie meine Verachtung merken, die sie verdienen, denn man kann nicht wissen wo man sie braucht.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Ich hoffe noch einige große Werke zur Welt zu bringen, u. dann wie ein altes Kind irgendwo unter guten Menschen meine irdische Laufbahn zu beschließen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Geldzahlungen, Loyalität und Dienstbereitschaft mir gegenüber

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Papier, Stift, Klavier

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Einmal Napoleon sein. Schade, daß ich die Kriegskunst nicht so verstehe wie die Tonkunst, ich würde ihn doch besiegen!

 

 

 

 

 

 

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