Auf dem Mobbing-Kriegspfad

Amokläufe von Gemobbten aus Rachegelüsten sind nicht nur in Schulen denkbar, sondern da, wo noch Einzelne programmatisch erniedrigt werden, um sie abzudrängen. Richtig: In Unternehmen.In den USA passiert so etwas ab und an mal. Hierzulande gab es nur bei MVV-Energie AG, einem der großen fünf Energieversorger, so einen Fall, dass ein Ex-Angestellter sich von seinem Vorgesetzten gemobbt gefühlt hatte und ihn deshalb umbringen lassen wollte. Doch demjenigen, der die Tat ausführen sollte für einen fünfstelligen Betrag, wurde die Sache zu heiß und ging stattdessen zur Polizei.
http://www.wormser-zeitung.de/rhein-main/objekt.php3?artikel_id=2507342
Dass Mobbing ein Problem in vielen Unternehmen ist, ist klar. Kürzlich hatte sich erst ein Krankenhausarzt erfolgreich gegen einen sadistischen Chef gewehrt und vor Gericht Schmerzensgeld erstritten. Doch das Übel bei der Wurzel packen und durchsetzen, dass der Übeltäter straf–versetzt gehört, soweit mochten die Richter nicht gehen. http://www.lexisnexis.de/aktuelles/126522
Doch mein Freund Rudi, der hat ein probates Mittel gefunden, mit dem er schon eine ganze Abteilung auf dem Mobbing-Kriegspfad zur Räson brachte. Die lieben Kollegen behandelten ihren neuen Vorgesetzten respektlos, bremsten ihn aus, zeigten ihm ihre Ablehnung und setzen ihm zu. Warum? Der Mann hatte sich nichts zuschulden kommen lassen. Er hatte nur das Pech, dass der Teamzusammenhalt der anderen sehr hoch war und sein Vorgänger einfach eine Nummer größer gewesen war als er selbst. Der Ex-Chef war sehr kompetent und auch noch beliebt gewesen – und dem konnte er nicht das Wasser reichen. Rudi konnte das nicht tatenlos mit ansehen und besorgte 20 Ausgaben eines Magazins, das gerade eine Story über Mobbing auf dem Titel hatte. Jedes Heft versah er mit einem nichtablösbaren Aufkleber und schrieb darauf: „Persönliches Mobbing-Exemplar von Lieschen Müller“ oder eben „Kurt Kurz“. Er trommelte alle 20 Mann freitagsnachmittags zusammen, hielt ihnen eine Standpauke mit dem Resüme: „Was Du nicht willst, was Dir man tu, das füg auch keinem andern zu.“ Und dann bekam jeder einzelne von Rudi sein persönliches Mobbing-Exemplar überreicht – als Wochenendlektüre. Das wirkte.