Wenn Headhunter nicht verraten, warum gerade Deutschland fast keine Top-Managerinnen hat

Da vermeldet die Personalberatung Heidrick & Struggles, dass sie 6000 Frauen-Karrieren untersucht hat und erläutert: In den USA und in Großbritannien machen Frauen leichter Karriere – „traditionell“ eben. Wie bitte? Eine Aufklärung liefern die Experten für Stellenbesetzungen dann aber leider doch nicht – sondern lassen rätseln.: Ob es daran liegen könnte, dass in den Vereinigten Staaten die Antidiskriminierungsgesetze schon lange gelten und sogar befolgt werden, jedenfalls müht man sich oder tut zumindest so, als mühe man sich. Sollten die doch irgendwie gewirkt haben? Aber was ist mit Großbritannien? Maggie Thatcher ist vorbei und Politikerinnen sind auch keine Managerinnen. Da gelten andere Regeln und Politikerinnen gibt es heute überall weit mehr als Top-Managerinnen. Denkt Heidrick & Struggles nun an die Queen? Die ist natürlich traditionell, so weit so gut. Nur als Vorbild taugt die nicht, – zu spät. Geboren ist geboren, als Prinzessin oder eben als Bürgerliche, das ist mehr zu ändern. Darauf kann man nicht hinarbeiten.
Frauen in Deutschland hinken „weit hinter dem internationalen Durchschnitt hinterher“, schreibt Heidrick weiter. Ist bekannt. Die jährlichen internationalen Forbes-Rankings der Managerinnen zeigen die Peinlichkeit gnadenlos auf.
( siehe http://www.handelsblatt.com/News/Karriere/Management-Strategie/_pv/_p/200812/_t/ft/_b/1162963/default.aspx/deutsche-bringen%92s-einfach-nicht.html).
„Der Weg nach ganz oben ist den meisten Frauen weithin versperrt“, verrät Heidrick nun frohgemut weiter. Und sagt uns immer noch nicht, an wem oder was das denn nun liegt. Oder was sie konkret vorschlagen, um das zu ändern.
Doch es geht noch weiter: Auch das Mysterium, warum „Frauen an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen nur geringe Chancen haben, Professornestellen zu erreichen“ (nur 0,3 Prozent der Manager da sind Frauen), lassen die Profis von Heidrick & Struggles unangetastet. Dabei hätte uns das „warum“ auch hier echt interessiert. Es hängt mit „der Situation an den Hochschulen zusammen“, orakeln die Personal-Experten nur weiter. Aha? Und was meinen Sie nun damit?
Erhellendes folgt nur hier: Dass Frauen, wenn sie denn auf der Karriereleiter nach oben kommen, das allenfalls in der Personalabteilung (26 Prozent) tun. Oder im Marketing und im Verkauf (zusammen 40 Prozent). Aus „klassischen“ Gründen lernen wir auch hier nur wieder. Schade auch. Gründe sind genau das, die wir von den Headhuntern gerne erfahren hätten.