„Immer mehr Frauen sind berufstätig“ jubelt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln: 45 Prozent beträgt der Frauenanteil an den Erwerbstätigen.
Ja und, fragt man sich. Muss doch. Hundert Prozent der Frauen sind im Zweifelsfall auf sich gestellt, jedenfalls, wenn sie unverheiratet sind, geschieden, ihr Gatte einen Unfall erleidet, der ihn erwerbsunfähig macht oderoderoder. Spätestens das neue Scheidungsrecht macht es dem oder der letzten klar: dass alles andere waghalsig ist, als nicht mehr auf eigenen Füßen stehen zu können – sprich sich auf den Trauschein zu verlassen. Übrigens ändern geschiedene Männer nach der Trennung immer ganz schnell ihre Meinung. Dass ihre Ex-Gattin in der Rolle der Ex keineswegs Nur-Hausfrau bleiben muss. Im Gegenteil.Jedenfalls verkündet das IW weiter: Dennoch schätzen Frauen ihre Karrierechancen schlechter ein als Männer. Dennoch? Quasi mit einem verständnislosen Kopfschütteln zwischen den Zeilen. Dabei: Nur weil Frauen erwerbstätig sind, bedeutet das doch noch lange nicht, dass sie dieselben Aufstiegschancen haben wie Männer. Seit wann bedingt das eine das andere? Dem IW jedenfalls steht ein Mann vor.
Hierzu passen diese beiden Zwischenfälle:
1. Ein Personalchef erzählte mir neulich freudestrahlend, dass in seiner Firma Frauenbenachteiligung kein Thema sei. Die Begründung klang so wie die des IW: Gebe es doch ungefähr gleich viele Männer und Frauen in der Belegschaft. Ah so. Komisch nur, dass sich dieses Verhältnis so gar nicht in der Führungsetage seiner frauenfreundlichen Firma abbildete. Da sitzen die Herren nämlich alleine am Tisch. War ihm wohl noch gar nicht aufgefallen. Fazit: Für viele Männer ist Chancengleicheit schon gegeben, wenn Frauen mit im Sandkasten sitzen dürfen – davon, dass sie auch ein Schippchen bekommen, ist keine Rede.
2. Eine junge Amerikanerin sprach mir vor wenigen Tagen spontan und sehr emphatisch ihr Mitleid aus: wie schlecht und wie schwer es die Frauen in Deutschland im Erwerbsleben hätten. Wie viel schlechter als den Frauen in den meisten anderen Ländern der Welt, betonte sie. Ich fühlte mich plötzlich wie aus einem Entwicklungsland. So aufrichtig und bedauernd kam ihr die tiefe Mitleidsbekundung über die Lippen.
3. Die „Rheinische Post“ veröffentlichte diese Tage einen großen Vierspalter mit dem Titel „Henkels wichtigste Frau“ und widmete ihn Juliane Wiemerslage, der neuen Henkel-Personalchefin in dem „männerdominierten“ Düsseldorfer Konzern. Dabei: Sind bei Henkel doch 25 Prozent der Führungskräfte weiblich – das ist sicher überdurchschnittlich viel. Doch Juliane Wiemerslage ist es noch zu wenig, sagt sie. Und dass es in kaum einem anderen Industrieland es so wenig Frauen in Führungspositionen gibt wie in Deutschland. Die 50-Jährige hat jedenfalls zumindest eine Erklärung parat, oder genauer gesagt eine Beobachtung: „Das liegt zum Teil daran, dass Männer ihre Positionen gerne unter sich ausmachen.“
Wenn sie wirklich die wichtigste Frau bei Henkel mit seinen 50 000 Mitarbeitern weltweit sein sollte, dürfte sich das ja bald ändern. Wiemerslage jedenfalls erklomm ihren ersten Chefsessel bei IBM vor 19 Jahren – einem US-Unternehmen.
Es geht nicht nur um Führungsaufgaben,
sie sitzen im Sandkasten und hauen mit dem Schippchen den Frauen und sozial Schwächeren auf den Kopf, darum geht es.
Das tuen aber auch Frauen, die dürfen.
z. Beispiel Standardfall : Ehemann ist Anwalt oder ähnliches und Frau betreibt „Boutique“ als Abschreibungsgeschäft.
Es kommt darauf an wie man sich kleidet, wie man sich gibt bla bla … materielles Business Bahviour in der Boutiqe als Verkaufsförderung….
Hintenrum werden die kleinen Angestellten der Boutiqe schikaniert oder rumgescheucht, von der „Chefin“…
Förderung des Business behaviour, Farbenlehre, Wohlfühlehre, kurse hier und da, es sind Luxusgüter sagen wir mal so. Die Nischenarbeit von Frauen die Kurse geben.
Tupper war da garnicht mal so schlecht, in der Frauenförderung.
Habe erlebt wie ein jüngerer Dr. vor einem älteren Monteur/Arbeiter/oder Programmer mit relativ einfacher Kleidung sitzt und ihn wegen seines Dokumentes kritisiert: das ist so und so zu schreiben, es kommt darauf an wie man sich gibt, wie man sich kleidet bla bla..
Ich gucke nur und denke, „Hat unser Dr. (ca. 40 Jahre alt) kein Respekt vor einem Älteren und was fällt ihm ein, einen Arbeitenden zu kritisieren und vor mir, ich sitze einen Tisch weiter. Das war mir sehr peinlich für den Mann. Der hatte es wirklich nicht nötig sich so etwas anzuhören und dann noch im Sitzen und der andere steht wie ein blöder Schuljunge da, oder was?
Für Kleidung braucht man einen Kleiderschrank, eine feste Wohnung etc etc..
Ein Arbeiter ist froh, wenn er einen Dixie Klo hat.
Manche haben nicht mal eine Dusche.
Bei Daimler gibt oder gab es fixe Pausenzeiten am Band, dann „darf“ man aufs Klo, und zwar in x Minuten fertig. Und das ist schon Luxus.
Diese Zeiten sollen jetzt nicht bezahlte Arbeitszeit sein (in der Branche), so gab es eine Diskussion. Also ausstempeln aufs Klo einstempeln und zurück. Wie Klopapier wollen Sie auch noch?
Mariana Mayer
Es ist bemerkenswert, dass Sie den Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit darauf zurückführen, dass Frauen nichts anderes übrig bleibe, als zu arbeiten und eigenes Geld zu verdienen.
Dieser Ansicht kann ich mich nur anschließen.
Ich finde es sogar in Ordnung, wenn wirtschaftliche Zwänge Frauen dazu bringen, sich nach einer „Geldarbeit“ umzusehen. Und ich glaube auch, dass Faktoren wie ein neues Unterhaltsrecht, das auf den ersten Blick höchst ungerecht wirkt, weil es Hausfrauen ihrer vermeintlich sicheren Versorgung auf Lebenszeit beraubt, langfristig für eine stärkere Normalisierung und Egalisierung des Arbeitsmarktes sorgen werden.
Ich bin im übrigen auch der Überzeugung, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich angesichts der schieren Masse weiblicher Erwerbstätiger auch die Zahl weiblicher Chefs und Führungskräfte kräftig erhöhen wird. Die Zeit spielt insofern für die Frauen.
45 Prozent erwerbstätiger Frauen ist allerdings gar nicht so viel wie es auf den ersten Blick scheint. Diese Zahl bezeichnet ja nur den Anteil an den überhaupt erwerbstätigen Personen. Gemessen an der Zahl geleisteter Arbeitsstunden kommen Frauen (wegen Teilzeitarbeit) im Vergleich zu Männern auf einen viel kleineren Anteil an der Erwerbsarbeit. Hieran sollte sich etwas ändern! Das muss nicht heißen, dass alle Frauen Vollzeit arbeiten sollen. Schließlich kriegen nun mal nur sie die Kinder.
Ideal wäre aber, wenn mehr Männer Teilzeit arbeiten und einen faireren Anteil an sonstigen Aufgaben übernehmen würden – vielleicht, weil wirtschaftliche Rahmenbedingungen sie dazu zwingen? Die Bereitschaft, auch den Frauen das Schippchen zu überlassen, ist bei manchen Männern gar nicht so niedrig. Man muss sie aber auffordern, es abzugeben.
Kind und Beruf läßt sich in Deutschland wohl vereinbaren. Kind und Karriere dagegen kann man doch wohl noch vergessen.
Es ist nun mal so dass nur Frauen Kinder bekommen und stillen können.
Schaun wir doch mal die Karrieremänner an, entweder sind sie Single, geschieden oder haben mit Familie eine Frau die Ihnen für Ihren Beruf den Rücken freihält.
Diesen Prozentsatz von Frauen kann man von den erwerbstätigen Frauen schon einmal abziehen.
Frauen die richtig Karriere machen, haben doch in der Regel keine Kinder. Da wird doch mindestens eine mind. 60-80 Stunden Woche und Flexibilität vorrausgesetzt. Klar es gibt hier noch ein paar Ausnahmen wie unsere Familienministerin. Aber die verdient doch bestimmt auch genug um sich eine qualitativ hochwertige Betreuung für Ihre Kinder leisten kann und Ihr Mann hält Ihr den Rücken frei.
Erfreulich sind schon die ersten Ansätze von Ganztageschulen. Damit haben hauptsächlich Frauen die Möglichkeit wieder mehr qualifizierte Arbeiten anzunehmen. Aber leider betrifft das oft nur die Großstädte. Als Mutter mit Kind bin ich froh auf dem Land zu wohnen, habe aber den Nachteil keine Ganztagesbetreuung oder Ganztagesschule zu haben.
Wenn ich erfolgreich in meinem Beruf bin, dann hat das auch wesentlich mit meinen Ansprüchen an mich zu tun, erfolgreich und kompetent zu sein.
Da habe ich aber auch den Anspruch meinem Kind eine kompetente Betreuung und Unterstützung geben zu können. D.h. für ein attraktives Betreuungsangebot gehört auch das Fachpersonal mit entsprechenden Kompetenzen dazu. Ich möchte keine reine Aufsichtspflicht.
Im Klartext heißt dass für mich, dass ich für mein Kind auch z.B. Grundschullehrer am Nachmittag für Fördergruppen und Hausaufgabenbetreuung zur Verfügung stehen sollten, und nicht Erzieherinnen die wegen mangelnder Kinderzahlen Ersatz suchen. Die Qualität sollte gesichert sein.
Das größte Problem derzeit ist wohl eher die politische Einstellung und das veraltete Schulsystem.
So lange Frauen im Osten extra Geld bekommen, wenn Sie Ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken oder so lange Krippenplätze von Politikern mit Genitalverstümmelung verglichen wird, fragt man sich doch in welch einem diesbezüglich veraltetem Land man lebt.
Dabei gibt es doch genügend Studien was diese Verbesserungen auch für unsere Kinder und letztendlich unserem Land bringt.
Gerade kam hierzu in Frontal ein Vergleich:
https://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,7167720,00.html
Ich mache jetzt mal folgende Rechnung auf:
Von 100% Frauen sind
– 5 Prozent arbeitslos
– 45% arbeiten
bleiben 50% Frauen übrig.
Ich gehe mal davon aus dass davon die Hälfte nicht arbeiten möchte und lieber zu Hause bei den Kindern bleibt oder Ihrem Mann den Rücken freihält.
Die andere Hälfte würde schon gerne Arbeiten oder mehr Arbeiten, kann aber nicht, da derzeit die Kinderbetreuung qualitativ und quantitativ nicht gesichert ist. Also bleiben Sie zu Hause oder haben noch einen Teilzeitjob, der in der Regel auch nicht er hochwertige, Karrierejob ist.
Und wen wundert es, wenn Frauen nicht so gefördert werden, so lange sie noch im ‚gebährfähigen‘ Alter sind. Man weiß doch dann genau dass diese Frauen dann auch das Kinderbetreuungsproblem bekommen werden. Da ist doch das ‚Return on Invest‘ bei Männern derzeit höher als bei Frauen.
Meine Aufforderung an die Politik wäre, die Rahmenbedingung zu ändern.
Ganztagsschulen mit hochwertiger Ernährung und kompetenter Betreuung und Förderung.
Und das kostenfrei für alle Kinder im Land.
Schließlich ist Wissen und Bildung das Kapital Deutschlands und seine Resourcen muß man pflegen und fördern wenn man morgen davon noch leben will.
Das würde auch dem Ernährungproblem mit zu dicken, ungesund ernährten Deutschen und dem Rentenproblem entgegen wirken.
Wäre das heute schon so geregelt, hätte ich mehr Kinder. So muß ich mit meinem Mittelweg zwischen Beruf und Kind beidseitige Abstriche in Kauf nehmen.
D.h. ’nur‘ ein Kind und einen zwar anspruchsvollen Beruf, aber ohne weitere, große Karrieremöglichkeiten wegen Teilzeit.
@weil es Hausfrauen ihrer vermeintlich sicheren Versorgung auf Lebenszeit beraubt, langfristig für eine stärkere Normalisierung und Egalisierung des Arbeitsmarktes sorgen werden.
Das gibt es zweifelslos, doch die Sache ist, wieviel Frauen bitte deutlich in Prozentangabe sind davon betroffen?
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So bin ich nicht aufgewachsen: als ich das erstemal von einer frau zu ihrer Tochter hörte: „lass Dir ein Kind machen, dann bist du versorgt“, war ich über 16 Jahre alt!!!!! und viel aus allen Wolken.
So etwas hatte ich noch nie gehört. Für mich war es ganz normal, dass Frau arbeiten geht und ihre Kinder versorgt, weil die Männer tuen es sowieso nicht.
Aber irgendwann muste ich zur Kenntnis nehmen: es gibt Frauen die sind auf so etwas aus?!
Irgendwann kam ich einmal zur Erkenntnis, dass diese Frauen gar nicht Unrecht hatten.
So, weil arbeiten lässt mann die Frauen nicht, und die Ausrede mit dem Hort zählt nicht. Wenn es keinen Hort gibt, hat das seine Gründe.
Ich hatte einen Hort und Kindergartenplatz, What a´luxus.
Die Frauen die sich vormachen, dass wäre das Problem, die Irren. Das ist nicht das Problem.
Hast nen Platz , haste immer noch keene Arbeit, vernünftige.
Das ist nur die Diskutierschwelle. Ausser die oberen Zehntausend, die sich im Bundestagsparlament oder bei Daimler Benz ihren eigenen Kindergartenplatz für sich „selber schaffen“. Wie ich mit mir umgehe so möchte ich behandelt werden.
Ich gehe mit mir selber gut um, schaffe mir selber einen luxuriösen Kindergartenplatz, so möchte ich selber behandelt werden so behandele ich mich selber , Narzist.
Also bitte es geht doch Kind und Karriere wir leben es doch vor. Warum seid ihr Ungebildeten nicht in der Lage euch selbst zu versorgen,
sagte schon die Französin Marie Antoinette, wenn ihr kein Brot zu essen habt ,warum esst ihr keinen Kuchen?
Mariana Mayer