Statt Gehaltserhöhung eine Verteilung der Arbeitszeit? Auf vier statt fünf Tage? Je zehn statt acht Stunden? Diese Idee vom Grünen-Politiker Winfried Herrmann könnte nicht nur vielen Angestellten, sondern auch etlichen Unternehmen gefallen. Und nicht nur Arbeitnehmern, denen auf diesem Wege die fünfte Hin- und Rückfahrt an ihren Arbeitsplatz erspart bleiben soll – zusammen mit den hohen Benzinkosten. Der Umwelt soll´s natürlich und auch in erster Linie dienen.In etlichen Betrieben dürfte solch eine Umorganisation möglich sein. Die Schicht von acht auf zehn Stunden zu verlängern oder die Mitarbeiter am fünften Tag – wo immer möglich – zuhause arbeiten zu lassen. PC und Blackberry können helfen. Wenn Mitarbeiter wirklich fünf Tage lang erreichbar sein müssen für Vorgesetzte und Kunden.
Zuallererst müssten denjenigen Unternehmen diese Idee gefallen, die ihre Mitarbeiter ohnehin nicht mehr gern im Büro und schon gar nicht an einem festen Sitzplatz sehen. Diejenigen Firmen, die lieber etwas Büromiete sparen und dafür Loyalität und Verbundenheit ihrer Leute einbüssen und jene stattdessen womöglich – entwürdigend genug – mit kleinen Containern durch die Gegen schieben lassen, wenn sie ihren Bürotag haben.
Eltern mit Kindern dürfte diese Idee ohnehin gefallen. Fällt doch immerhin ein ganzer Tag ab, an dem notwendige Erledigungen wie Kinderarztbesuche, Behördengänge und so weiter – etwas stressfreier – bewältigt werden können. Ein Tag, an dem auch berufstätige Mütter und Väter mal nachmittags ihre Kiddies sehen, etwas mit ihnen unternehmen oder einfach nur etwas Zeit mit ihnen verbringen können.
Ein Tag, an dem Berufstätige auch mal die Gelegenheit haben, zu shoppen, wenn die Läden nicht proppenvoll sind. Oder Sport zu treiben, wenn es noch genug freie Tennisplätze gibt. Oder den Wochenend-Trip um einen Tag verlängern können.
http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/574228/Vier-Tage-Woche-fuer-Pendler-gefordert.html?et_cid=10&et_lid=410928&et_sub=politik