Eine kleine Meldung der Nachrichtenagentur dpa offenbart, wie es um Kundenorientierung, Anstand und Haltung gegenüber Behinderten manchmal tatsächlich steht. In diesem Fall bei Berliner Verkehrsbetrieben.Da heißt es in einer kleinen, unauffälligen dpa-Meldung, dass Busse künftig mehr Rollstuhlfahrer mitnehmen können als Rollstuhlplätze vorhanden sind. Und dass der Hintergrund dieser Meldung die Weigerung einiger Verkehrsbetriebe gewesen sei, über die offiziellen Plätze hinaus Rollstuhlfahrer zu transportieren.
Wie bitte? Fragt man sich und reibt sich die Augen. Man lässt allen Ernstes an einer Haltestelle Rollstuhlfahrer stehen, nur weil schon ein Rollstuhlfahrer im Bus ist?
Für Berliner ist so eine Ungehobeltheit normal. Müssen sich doch auch Frauen mit Kinderwagen – in der Weltstadt mit Schnauze und Herz wohlgemerkt – dasselbe gefallen lassen. Dass sie an einer Bushaltestelle stehen und – im Zehn-Minuten-Takt gleich mehrere Busse nacheinander nicht einmal anhalten, sondern gleich durchrauschen. Nur, weil bereits ein Kinderwagen im Bus ist.
So gesehen ein Fortschritt, dass die Schwerbehindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer von der SPD es betrieben hat, dass die Straßenverkehrszulassungsordnung nun rechtlich klar gestellt wird. Aber dass so etwas erst nötig ist und dieser Missstand offensichtlich Jahre lang bestehen konnte, das ist schon ein starkes Stück.
Erinnerungen:
Da war mal eine Überschwemmung vor Jahren in
BRD: die eine Hälfte des Flusses lag an BRD die andere an Polen.
Es gab Riesenspenden aus BRD, aber nur für die Deutschen.
Mariana Mayer
Kompliment für das elegante neue Layout von Handelsblatt.com. Noch eleganter wäre es allerdings, wenn auch von Ihnen ein Foto zu sehen wäre. Ich hoffe, das kommt noch!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Feminister!
Gerne wird von Verantwortlich bei jeglichem Misstand gesagt: das ist die EU schuld. Darum ist es nicht verwunderlich, das die Bürger teils gegen die EU sind und die Politik erst einmal die Sachen der Verkehrsbetriebe regeln muss.
Erlaubt sei der Hinweis, dass es sich bei Fr. Evers-Meyer nicht um die „Schwerbehindertenbeauftragte“ der Bundesregierung, sondern um die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen handelt. Das mag sich auf den ersten Blick ein wenig nach „Korinthe“ anhören, aber zum einen ist nicht jeder Mensch, der behindert ist, gleich schwerbehindert, zum anderen stellt es einen sprachlichen Fauxpas dar, der Bundesregierung zu unterstellen, es gäbe eine Beauftragte im Hinblick darauf, dass die Regierung schwer behindert sei. 🙂 Dies trifft – soweit ersichtlich – allenfalls auf den Bundesminister des Inneren Dr. Wolfgang Schäuble zu.
Mag. jur. Dipl.-Psych. Alexander Drewes (LL.M.)
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