Warmes Wasser in chinesischen Restaurants

Schickt sich ein Chinese im Restaurant an, für ihn und Sie die Rechnung zu bezahlen und kämpft auch gradezu darum – lassen Sie sich nicht drauf ein, das wäre ein Fehler, auch nicht aus Höflichkeit. Im Gegenteil: es ist sein Höflichkeitsritual, so zu tun, als reisse er sich darum. Gabriele Schlegel, Business-Behave-Coach, gibt als Gastautorin Tipps für scheinbar unkomplizierte SituationenChina-Besuchern und Geschäftsreisenden Tipps für nur scheinbar unkomplizierte Situationen: Es fängt schon an mit dem Wasser, das Restaurants in China zum Essen servierten: es ist warm – und nicht kalt wie in Deutschland. Das ist traditionell so.
Die echte chinesische Küche hat auch ansonsten wenig gemeinsam mit den China-Restaurants, wie man sie hierzulande kennt. Vielmehr gibt es in China viele kleine Gänge – meist ohne Reis. Eine Schale mit Reis – eventuell angereichert mit Fleisch und Gemüse – gibt es meist zum Abschluss eines Essens. Denn so soll sicher gestellt sein, dass alle Gäste satt werden. Wer mit Chinesen essen geht, erweist sich als höflich, indem er den chinesischen Teilnehmern die Sitzplätze anbietet, die den Blick auf die Türe gestatten. Chinesen fühlen sich dann wohler – und wertgeschätzt.
Ganz unüblich ist es in China, Rechungen zu teilen. In der Regel bezahlt derjenige, der eingeladen hat. Achtung: Chinesen drängen sich fast auf, die Rechung zu übernehmen. Dies ist ein Höflichkeitsritual, – und keineswegs ein ernstes Angebot. Es ist weder unehrlich noch hinterlistig, sondern lediglich eine Höflichkeitskonvention.
Eine andere Falle: Geben Sie in klassischen chinesischen Restaurants kein Trinkgeld, das könnte eventuell das Personal beleidigen.
Befremdlich wirkt auf Europäer in China das Schubsen und Drängeln auf Bahnhöfen und Busstationen. In unseren Köpfen spukt oft das Bild des höflichen, reservierten Asiaten herum. Der ist allerdings nur in Besprechungen mit Mitgliedern unterschiedlicher Hierarchiestufen anzutreffen – auf der Straße trifft man genau das Gegenteil. Bei der Bevölkerungsdichte der Städte – selbst relativ kleine Städte haben mehrere Millionen Einwohner – ist es nachvollziehbar, dass es wichtiger ist, in den Zug zu kommen, als Höflichkeit zu zeigen, und immer draußen zu bleiben.
Ein anderes verbreitetes Vorurteil gegenüber Chinesen ist, dass jene alle auch englisch sprechen. Das ist überwiegend nicht der Fall. In vielen chinesischen Städten gibt es Handys mit einem Sprachprogramm zu kaufen. Das englische oder chinesische Wort wird eingegeben und die entspreche Übersetzung erscheint im Display. Das ist eine nicht zu unterschätzende Hilfe, da die chinesischen Schriftzeichen keine Orientierung geben. Da Dienstleistungen in China sehr viel günstiger sind als in Europa, sind Massagen, Kosmetik und Wellness sehr zu empfehlen.