Zwei Drittel Frauen, aber alle Chefs sind Männer – das kann für Unternehmen teuer werden

Sind in Ihrem Unternehmen sämtliche Führungspositionen mit Männern besetzt? Zählen Sie mal nach, ob das Verhältnis Chefs und Chefinnen zur Gesamtbelegschaft stimmt.
Andernfalls könnte es teuer werden. Und zwar wenn sich jetzt eine Frau um eine ausgeschriebene Chefposition bewirbt, aber abgelehnt und ihr ein Mann vorgezogen wird. Dieses Mißverhältnis hielten die Juristen des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg in zweiter Instanz jetzt für ein starkes Indiz für Geschlechterdiskriminierung, die gegen das AGG vertösst, und will die Firma – die Verwertungsgesellschaft Gema – zur Kasse bitten.
Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg machte eine glasklare Rechnung auf: Bekleiden alle 27 Vorgesetzten-Positionen einer Firma Männer, stellen aber insgesamt zwei Drittel der Arbeitnehmer Frauen dar, so liegt Geschlechterdiskriminierung vor. Konkret sprach das Gericht der Klägerin, die nicht befördert sondern übergangen wurde, eine einmalige Entschädigungszahlung von 20 000 Euro plus – Monat für Monat und unbefristet – die Differenz zu dem höheren Chefgehalt (Aktenzeichen: 15 Sa 517/08) zu. Beworben hatte sich die Arbeitnehmerin, eine Abteilungsleiterin, für den Posten des Personaldirektors – vergeblich. www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2670906
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Was nicht geht, ist nämlich diese Rechnung, die kürzlich allen Ernstes ein Personalleiter eines großen Mittelständlers aufmachte: Die Firma hat zu 50 Prozent eine weibliche Belegschaft und damit ist keiner diskriminiert und alles gut. Weit gefehlt, höchst naiv.
Wer als Unternehmenslenker auf Nummer Sicher gehen will, sollte auch in der Chef-Etage das Verhältnis Frauen zu Männer so abbilden wie in der ganzen Belegschaft. Sonst braucht er sich nicht wundern, wenn manch eine auf die Idee verfällt, sich ihr Gehalt von Arbeitsrichtern erhöhen zu lassen.
<ahref=“http://www.ftd.de/karriere_management/recht_steuern/:Urteil-der-Woche-Personalstatistik-kann-Diskriminierung-entlarven/446306.
<a href=“http://www.ftd.de/karriere_management/recht_steuern/:Urteil-der-Woche-Personalstatistik-kann-Diskriminierung-entlarven/446306.html„>www.ftd.de/karriere_management/recht_steuern/:Urteil-der-Woche-Personalstatistik-kann-Diskriminierung-entlarven/446306.html

8 Kommentare zu „Zwei Drittel Frauen, aber alle Chefs sind Männer – das kann für Unternehmen teuer werden“

  1. Guten Morgen Frau Tödtmann,

    das Verhältnis zwischen Männern und Frauen sollte in der Unternehmensführung nun wirklich nicht von Belang sein. Es hat mittelfristig weder motivierende noch demotivierende Einflüsse auf die Belegschaft. (Wenn es trotzdem so ist, gibt es in diesem Fall ein gigantisches Führungsproblem.)

    Sehen Sie sich mal die Buch- und Verlagsbranche an. Dort finden Sie so viele Frauen in Führungspositionen wie in der Stahlindustrie Männer. Und warum? Weil die Kunden im Buchhandel (Inh. von Buchhandlungen wie Buchkäufer) überwiegend weiblich sind.

    Was nützt mir ein Gleichgewicht zwischen Mann und Frau, wenn meine Führungsmannschaft nicht zur erforderlichen Leistung fähig ist?

  2. Was nützt mir ein Gleichgewicht zwischen Mann und Frau, wenn meine Führungsmannschaft nicht zur erforderlichen Leistung fähig ist?

    Richtige Argumentation,

    Männer führen Männer und Frauen führen Frauen ist definitv eine Anforderung die vollkommener Quatsch ist und beispielsweise im Projektmanagement aus der Tierwelt abgeleitet wird, Beispiel Wölfe und Wolfsrudel.

    Fakt ist:
    Aufgrund von Ausgrenzung aus dem bezahlten Berufsleben im Bahnbereich sind erforderliche Safetymaßnahmen nicht durchgeführt worden. Die Männer sind nicht in der Lage gewesen sicherheitskritische features in Bahnsoftware durchzusetzen.
    Das hat nicht mit der Spiegelung der Anzahl angestellter Frauen im Betrieb zu tuen.
    Durch die quantitative Anzahl von Frauen wird keine Bahnsicherheit besser.
    Abgesehen davon gibt es ausreichend Männer die das gemacht haben, was ich gesagt habe und umgekehrt. Das kann man von Frauen nicht unbedingt erwarten.

    Mir wird bis heute eine gleichberechtigte und bezahlte Position zur Durchführung von Safetymaßnahmen im Bahnwesen verweigert.

    Es gibt erneut Features zur Fehlerbehebung in Bahnsoftware. Wo ist die Stelle der Ansprechpartner dafür? Es gibt keinen, und die Führungsmänner interessiert es nicht, ob ein Transrapid an die Wand fährt, nicht wirklich sonst wäre an dieser Stelle lange gehandelt worden.
    Es gibt definitiv keine „unabhängige“ Safetyabteilung.

    Mariana Mayer

  3. Wer verlangt, dass Führungspositionen paritätisch mit Männern und Frauen zu besetzen sind, denkt nicht logisch, sondern urteilt einseitig.
    Wenn nämlich Positionen zu besetzen sind und die Besetzung streng geschlechterneutral erfolgt, dann richtet sich die Geschlechterverteilung nach dem Anteil von Männern und Frauen unter den Bewerbern.
    Wenn sich also -wie das z.B. in der Stahlindustrie die Regel ist- über 90% Männer bewerben, wäre es eine einseitige Bevorzugung von Frauen, wenn die Besetzung der Stellen dann zu mehr als 10% Frauenanteil führen würde.
    Außerdem: warum geht es denn hier immer nur um Führungspositionen?
    In der Schwerindustrie im Schleuderguß (eine saumäßige Arbeit, schlecht bezahlt) arbeiten 100% Männer. Im Straßenbau, im Tiefbau usw. arbeiten fast ausschließlich Männer. Ich kann mich nicht erinnern, dass hier schon mal gefordert worden wäre, mehr Frauen einzustellen.
    In den Grundschulen liegt mittlerweile der Frauenanteil über 80%. Wer fordert denn hier einen Einstellungsstopp für Frauen, um die Männerquote anzuheben. Das ist undenkbar und ja auch mit unserer Verfassung nicht vereinbar – aber der Einstellungsstopp für Männer in Behörden wegen der Frauenquote vor einigen Jahren war das wohl, oder?
    Außerdem möchte ich mir als Unternehmer nicht vorschreiben lassen, wen ich einstelle!

  4. Nein, Frau Tdtmann, NEIN!
    Bitte BITTE NICHT! Frauen sind eben NICHT die besseren Menschen,
    https://www.amazon.de/Frauen-bessere-Menschen-Pl%C3%A4doyer-selbstbewussten/dp/3896023829/ref=sr_1_9?ie=UTF8&s=books&qid=1234365159&sr=8-9

    und sie übernehmen NICHT per se mehr und besser Verantwortung:
    https://www.amazon.de/s/ref=nb_ss_b_1_6?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=verantwortung+nein+danke&sprefix=verant

    Die Fähigkeit zur Führung ist NICHT vom Geschlecht abhängig – hier verlange ich die Einzelfallprüfung und verachte Pauschalisierungen. Auch die, die behaupten, Frauen könnten alles genau so gut wie Männer.

    Bitte nicht diese völlig überholten Unsinn hier nochmal aufwärmmen wollen.
    Danke sehr
    Das Niveau.

  5. Die Führung wird in der Praxis so betrieben, dass wer genug Geld hat um sich einzukaufen führt.
    Daher gibt es auch wenige weibliche Führungskräfte, da dies lediglich eine Geldfrage ist und Frauen seit eh und je keine großen Besitzansprüche haben, ausser sie erben etwas.

    Beispiel: Führen tut der, der sich einen MBA kaufen kann.

    In England dagegen gab es schon immer weibliche Führung: Von Elizabeth der 1. bis zu Maggi Thatcher

    Sogar in Russland gab es mal weibliche deutsche Führung.

    Nur in Deutschland ist das schon immer ein Riesentheater gewesen.
    Die Deutschen schreiben dafür lieber, dass die Ölscheichs und Araber ihre Frauen misshandeln. Und warum tuen sie das? Um von den Problemen im eigenen Land geschickt abzulenken und so zu tuen als ob Frauen die gleichen Rechte haben.

    Dann sollen Alleinerziehende in Vollzeit per Gesetz gezwungen werden und wenn sie das natürlich bedingt nicht schaffen können, durch Mobbingattacken in die Arbeitslosigkeit getrieben. Gleichzeitig werden jedoch die Mobbingtreiber fürstlich belohnt und gefördert. Männer erhalten ohne Probleme in den Unternehmen hochbzahlte Schulungen und haben somit kostenfrei ihre Qualifiaktion erworben. So funktioniert das in der Praxis.

  6. „Das Einkommen von Frauen mit bis zu drei Jahren Berufserfahrungen liegt im Durchschnitt 18,7 Prozent unter dem der männlichen Berufsanfänger“, sagte Reinhard Bispinck vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.
    Und er stellt fest, dass die Einkommensunterschiede eben doch oft sachlich nicht erklärbar sind:
    https://www.rp-online.de/public/article/wirtschaft/news/764859/Frauen-verdienen-23-Prozent-weniger-als-Maenner.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=wirtschaft

Die Kommentare sind geschlossen.