Deutsche freuen sich auf Weihnachtsfeiern mit Kollegen

Das haben die Unternehmen offenbar falsch eingeschätzt: „Weihnachtsfeiern im Kollegenkreis sind bei den Deutschen sehr beliebt, hat jetzt das Magazin „Stern“ in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden. Denn dpa vermeldet weiter: Danach feiern 58 Prozent der Beschäftigten. Die Frage, ob es in ihrer Firma eine Weihnachtsfeier gäbe, bejahten vor allem Angestellte (65 Prozent) und Beamte (53 Prozent). In Firmen, die ein Fest geben, freuen sich mit 79 Prozent fast alle auf das Fest. Nach der Stern-Umfrage lehnen nur 17 Prozent diese Art von Feier ab.
Im Umkehrschluss ignorieren also 42 Prozent der Unternehmen die Erwartungshaltung und Freuden ihrer Belegschaft und enttäuschen somit ihre Mitarbeiter. Wie das kommt?Vermutlich weil die Chefs selbst nicht so gerne zu den Betriebsfeiern hingehen. Und weil sie eben ein Kostenfaktor sind, der aus deren Sicht dann durchaus ein Streichposten sein kann.
Und das dürfte der Grund sein, warum die Führungsetagen von sich auf andere schließen und die traditionellen Weihnachtsfeiern absagen – womöglich auf Kollegen-Entlassungen unter dem Jahr oder mit Hinweis auf finanzielle Engpässe (ob diese nun stimmen oder nicht) oder gar nicht erst thematisieren und einfach nicht dazu einladen.
Fest steht aber auch, und das bedenken die Vorgesetzten möglicherweise nicht: Für sie selbst gibt es vermutlich dennoch Weihnachtsessen zum Beispiel mit Geschäftspartnern und befreundeten Unternehmen, Zulieferern oder Auftraggebern. Ihnen entgeht also nicht so schrecklich viel.
Die Mitarbeiter ohne eigene Außenkontakte aber – und die dürften die große Mehrzahl sein -, die haben gar nicht so viele Highlights und Events. Wenn die nun die wenigen Feste gestrichen bekommen oder – in der Sparvariante – nur noch alleine eingeladen werden und den Ehepartner zu Hause lassen müssen, für die ist das bitter. Denn um eins werden sie auf jeden Fall gebracht: Sie können nicht stolz ihre Kollegen etc. vorführen und bekommen auch keine Dankesrede vom Chef für ihren Einsatz unterm Jahr.
Und nicht zu vergessen ist dies: Gäbe es keine Weihnachtsfeiern, so wäre vermutlich die aktuelle Ehe von Kaiser Franz – ich meine natürlich Beckenbauer – gar nicht erst entstanden.

3 Kommentare zu „Deutsche freuen sich auf Weihnachtsfeiern mit Kollegen“

  1. Jeder Chef bekommt auf Dauer die Mitarbeiter, die er auch verdient. Wenn er ungern zu Weihnachtsfeiern (privater oder offizieller Natur) seiner Mitarbeiter geht, wird mittelfristig die Kommunikation zwischen beiden Parteien leiden, und damit auch die Arbeitsleistung.

  2. Und für Hartz4 Empfänger und andere gab es gleichfalls noch nie eine Weihnachtsfeier. Natürlich tuen Verbände (AWO) dies ehrenamtlich organisieren. Das gibt es wenigstens noch.

    Weihnachtsgeld im bezahlten Berufleben: Habe ich nie erhalten. Ja, in meiner Ausbildung als konditorin noch, vor 20 jahren.
    Diese Weihnachtsfeiern insgesamt waren alle sehr schön. Das gab es wenigstens.

    Religion und Berufsleben haben heute nichts mehr miteinander zu tuen und
    Ist schwer zu kombinieren. Was für Feiern erhalten die vielen anders religiös Zugeordneten?
    Nun, ich glaube diese haben weniger ein Problem damit als die Chefs, weil die gehen genauso zu der Weihnachtsfeier oder stellen sich für ihre Kinder einen Christbaum zu Hause auf, obwohl sie zur Pilgerfahr nach Mekka reisen und (streng)gläubig sind. Ja, so etwas gibt es.

    Aber auf Weihnachtsfeiern könnten die Kollegen miteinander reden? Das ist heutzutage nicht mehr erlaubt. Die Versammlungsfreiheit und private Kommunikation im Unternehmen ist zu unterbinden. Da könnten die Angestellten glatt einen Aufstand planen? oder sich über erfahrene Ungerechtigkeiten austauschen, oder sich Aufträge zuschieben?
    Wer geht mit wem essen?

    Nachdem Sportvereine und alles andere bereits abgeschafft wurde, Arbeit wieder demonstrativ als Quälerei umgemodellt wurde, insbesondere für die Niedriglöhner, innerhalb von taktierenden Stammbelegschaften, war die Weihnachtsfeier wohl der letzte Dorn im Auge der Führungsetagen.

    Schade, dass Probleme nicht anders gelöst werden können. Die Generation welche bei Pisa schlecht abgeschnitten hat, haben das Sagen in der Vergangenheit. Die Ergebnisse sind deutlich sichtbar.
    Nicht die Pisa Opfer sondern die Pisa Täter und ihre Generation sitzen am Hebel und wichtig: Haben prächtig volle Taschen. Wollen Probleme lösen?

    Mariana Mayer, seit 4 Jahren arbeitslos, keine Weihnachtsfeier seit 4 Jahren und kein Weihachtsgeld je erhalten.

    43 % aller Alleinerziehenden erhalten Hartz4. 660 000 in BRD, Quelle DGB

Die Kommentare sind geschlossen.