„Die Wirtschaftskrise fördert Ellenbogenmentalität. Die internationale Rezession erhöht den Konkurrenzdruck in den Unternehmen“, verkündet staunend die Internet-Jobbörse Stepstone nach einer Umfrage – vermutlich eine Onlinebefragung. Und dass von 3 777 Antwortgebern 52 Prozent eben diese Steigerung erwarten würden und immerhin 33 Prozent an eine „unveränderte Konkurrenzsituation“ unter den Angestellten in den Unternehmen glauben.
Dabei: Umgekehrt wird ein Schuh draus.Wenn seit vielen Jahren eine Entlassungswelle nach der anderen in den Unternehmen rollt, die Belegschaft ständig reduziert wurde, kaum mehr Mitarbeiter über 50 oder 55 Jahren dort heute arbeiten und Bewerber über 40 in den allermeisten Fällen direkt aussortiert werden – wie sollte so eine Umfrage andere Ergebnisse liefern? Es ist ja auch nicht so, dass die Opfer der Entlassungswellen und des angeblich „sozialverträglichen“ Abbaus von Stellen, sprich Menschen, mehrheitlich neue vergleichbare Jobs woanders gefunden hätten – und das ist den Verbliebenen auch nicht entgangen. War einst eine gute Ausbildung, Fleiß, Loyalität und Kompetenz ein Schutzschild, solch ein Opfer zu werden, so haben die vergangenen fünf Jahre gezeigt, dass auch dies nicht mehr zählt. Hauptsache raus, egal wer. Und weil die Verbliebenen heilfroh waren, dass dieser Kelch an ihnen vorbei gegangen war, bei gleichzeitiger immer stärkerer Angst um den Job, ja die eigene Existenz und die seiner Familie, sank der Teamgeist, die Kollegialität, die Empathie für die Opfer – zeitgleich mit dem Glauben an das eigene Unternehmen. Und aus dieser Angst heraus entstand die Gleichgültigkeit und sogar eine Ellenbogenmentalität. Mehr noch: Wer Kollegen hilft, kam in das Ansehen, doof zu sein. Alles Beschwören des Wissensmanagements im Unternehmen konnte nur ins Leere gehen. Warum sollte der einzelne sein Wissen mit dem Kollegen teilen, von dem er nicht weiß, ob der bei der nächsten Entlassungsrunde bleiben darf – er selbst aber nicht?
Erstaunlich ist es eher, dass noch 15 Prozent der Befragten glauben, dass die Krise sie und ihre Kollegen zusammenschweißen werde. Vielleicht kommen diese 15 Prozent von den wenigen Inseln der Glückseligen, den Unternehmen die in den vergangenen Jahren noch nicht so gebeutelt wurden von ständigen Restrukturierungen. Die noch Management-Ideen für neue Geschäftsfelder und neue Produkte undsoweiter erleben durften und die zusätzliche Leute einstellten. Solche seltenen Inseln gab es wohl und gibt es auch heute. Aber eben wenige. Und in denen ist auch Raum für Teamgeist und ein produktives Miteinander. Wenn nicht nur immer weniger Mitarbeiter immer mehr Arbeit bewältigen müssen – nämlich die der Entlassenen. Dann ist auch irgendwann gar keine Zeit mehr da für Kollegialität, wenn man die eigene Arbeit aus dem Grund kaum oder nicht mehr schafft und immer mehr Arbeit in den Firmen unerledigt bleit, bleiben muss. Weil es an Menschen fehlt, die sie noch übernehmen könnten oder einfach keine Zuständigen mehr dafür da sind. Schon organisatorisch nicht.
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Dazu passt doch hervorragend, die Erkenntnisse, die erst vor wneigen tagen eine andere Studie veröffentlichte: dass nur 13 Prozent aller deutschen Mitarbeiter sich noch mit ihrem Unternehmen überhaupt verbunden fühlen. Wer soll sich also redlich verhalten, wenn er gar nicht ans eigene Unternehmen und seine Zukunft dort glauben kann? Die gefahr für Wirtschaftskriminalität und Industriespionage wächst zusehends.
Die Ellbogenmentalität wird schon seit zig Jahren in sämtlichen Facetten beschrieben und hat mit einer aktuellen Wirtschaftskrise nichts zu tuen.
Es ist schon immer ein Bestandteil der deutschen Industrie gewesen, 2 Lager in den Unternehmen zu halten die gegeneinander ausgespielt werden. Die Fassung in „die Gesetzeslage“ oder anders ausgedrückt die Leiharbeit ist nur der Gipfel der heutigen Zeit.
Die künstlich herbeigeführte Benachteiligung „einer Personengruppe“ ist fester Bestandteil vieler Unternehmen in Deutschland gewesen. Mit dem Effekt, das diese Personengruppe als Meckerer, als Querzulanten oder noch anders hingestellt werden, sobald sie sich anfangen zu wehren.
Das ist ein abgekartetes Spiel. Leider wurde es auch noch gesetzlich verbrieft.
Weiteres Beispiel: Im Jahre 2005, Frühjahr habe ich mich auf Stellenausschreibungen bei Bosch beworben => wurde abgelehnt. Im gleichen Atemzug wurden jedoch Leute von Alcatel Stammbelegschaft übernommen.
Hier waren Abkommen getroffen worden. Dies galt jedoch nicht für die „outgesourcten Leiharbeiter“ und von Alcatel intern geführten Leiharbeiter die zu einem Drittel ohne jegliche fachgerecht gleichberechtigte Ein- und Ausbildung arbeiten.
Gleichzeitig wurde ALcatel Führungspersonen von Thales übernommen. Alle meine Bewerbungen sowohl an Alcatel, Bosch als auch an Thales wurden jedoch abgelehnt und das bereits vor Jahren. Damals habe ich noch nicht gebloggt.
Obwohl immer wieder betont wird, dass Fachkräfte gesucht werden.
Ein Unternehmen in das ich gewechselt habe, diese Abteilung wurde kurz darauf zerschlagen. Ich hatte dort Betriebsratsschutz.
Diese offizielle Diskriminierungen von Einzelpersonen und der Ausschluss von einem gleichberechtigten Arbeitsleben ist Wirtschaftskriminalität und Verbrechen.
Und dabei ist nicht zu vergessen:
Die Führungskräfte in den Subunternehmen stopfen sich die Taschen voll und betreiben Mobbing.
Die Arbeit der Führungskräfte der Mittelschicht untereinder ist hochbezahlt und wird belohnt. Nur wer Gewaltbereit ist, diese Machenschaften mitträgt und dies durchzieht hat Erfolg und wird belohnt, in diesem Falle. Kurz nach meinem Austritt wurden alle Mitarbeiter durch eine Schulung durch einen Gutachter „Belohnt“.