Wenn wir Unternehmen leiden, sollen unsere Wirtschaftskanzleien als Auftragnehmer auch nicht ungeschoren davon kommen. Nach dieser Devise rücken die Unternehmensjuristen jetzt den Kanzleien zuleibe und nutzen die Gelegenheit, um ihre Anwälte runterzuhandeln.46 Prozent der Unternehmensjuristen verlangen jetzt von ihnen Rabatte, weitere 19 Prozent erwarten von ihnen Zusatzleistungen. Dies ergibt eine Umfrage des Juve-Magazins „Rechtsmarkt“ unter 463 Inhouse-Juristen. Die nämlich stehen tatsächlich selbst unter Druck: 55 Prozent der Befragten leiden bereits unter gekürzten Budgets für die Rechtsabteilung, 61 Prozent erwarten zeitnah Kostensenkungen.
Der Tenor: Da den Großkanzleien in Sachen Transaktions- und Finanzierungsberatung einiges an Geschäft weggebrochen ist, seien sie verhandlungsbereiter als noch vor einem Jahr. Zwar sind – anders als in den USA und Großbritannien – hierzulande keine Massenentlassungen von angestellten Anwälten zu erwarten. Auch Einstellungsstopps sind – jedenfalls für Top-Kanzleien wie Freshfields kein Thema, um nicht anschließend – wenn es wieder bergauf geht – keine geeigneten Nachwuchsjuristen an Bord zu haben http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/top-kanzleien-machen-sich-staerker-konkurrenz;2119035. Inwieweit die Märkte angelsächsischen Kanzleien auch ihre deutschen Ableger bluten lassen werden, wird sich aber noch zeigen. Von Linklaters gerüchtet es bereits, dass weltweit 35 bis 70 Partner ihren Hut nehmen müssten. Wie viele es dann davon in Deutschland treffen kann, ist im Moment erst noch Party-Tratsch in Düsseldorf.