Manchmal kann man es einfach nicht fassen, was einige – hoffentlich wenige – Leute so alles in ihrer Arbeitszeit veranstalten, statt sich auf ihren Job zu konzentrieren und ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Da beschäftigen sich zwei amerikanische Piloten der Airline Northwest im Cockpit ihrer Passagiermaschine – ein Airbus A320 mit 114 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern – so intensiv mit ihren Dienstplänen und ihrer Terminplanung auf ihren Laptops, dass sie es nicht bemerken, dass sie 240 km an ihrem Zielflughafen in Minneapolis vorbeifliegen.
Über eine Stunde lang reagierten sie nicht auf Funksprüche. Erst ein Steward machte die Piloten darauf aufmerksam, in Wisconsin stiegen aus Sorge wegen des langen Schweigens derweile schon Kampfflugzeuge auf. Müssig zu erwähnen, dass das Benutzen von Laptops oder andere Aktivitäten, die nicht mit dem Führen des Flugzeugs zusammenhängen, während des Flugs streng verboten sind. http://www.welt.de/news/article4989859/Piloten-hantieren-mit-Laptops-und-verfliegen-sich.html
DPA meldete dagegen vor einigen Tagen eine noch unglaublichere Geschichte von einem Gefängniswärter aus Bielefeld: Der Mann fotografierte sich in seiner Arbeitszeit auf dem Wachturm in Reizwäsche und ohne seinen Kopf: In Schnür-Korsage, Tanga-Höschen und blauen Damen-Strümpfen. Obwohl es den JVA-Beamten laut Justizministerium Düsseldorf verboten ist, Fotoapparate oder Handys zum Dienst im Gefängnis mitzubringen. Heraus kam, dass es ein 50-jähriger Familienvater war, der schon seit 25 Jahren dort arbeitete und die Bilder zu allem Überfluss noch ins Internet gestellt hatte.
Ebenso daneben war das Verhalten des Karlsruher Straßenbahnfahrers, der vorne in der Kabine während der Fahrt sein Geschlechtsteil fotografierte und dieses Nacktfoto per Bluetooth an einen weiblichen Fahrgast verschickte. Er flog auf. Und: Der Peinlichkeit nicht genug, zog der Mann allen Ernstes vor Gericht und behauptete, das Bild sei nur versehentlich an die Passagierin gegangen und sei tatsächlich für seine Freundin bestimmt gewesen. Ganz Prima, denn auf die Straße aufgepasst haben kann er dann jedenfalls auch nicht.
Ebensowenig wie der Lokfahrer in Los Angeles im vergangenen Oktober, der 22 Sekunden vor dem Aufprall seines Pendlerzugs mit einem Güterzug eine SMS verschickt hatte und wohl schuld daran war, dass 25 Menschen dabei ums Leben kamen.
Ganz übel war auch dieser Fall der Düsseldorfer Rheinbahn: Ein Fahrer war vor sieben Jahren in einen Trupp Gleisbauarbeiter gefahren und hatte dabei drei Männer getötet. Was der wahre Grund war, kam erst viel später im Gerichtsprozess heraus, nachdem es erst hieß, der Mann sei von der Sonne geblendet gewesen oder habe einen epileptischen Anfall gehabt. Unter den Augen der Richter erklärte die Freundin des Fahrers laut „Rheinischer Post“ plötzlich zur Überraschung aller, dass der Fahrer in den Minuten mit ihr telefoniert hatte. Auf jeden Autofahrer dagegen, der nicht –zig Leute chauffiert und mit seinem Handy telefoniert, auf den machen die Hüter des Gesetzes geradezu Jagd. Verstehe einer diese Ungleichbehandlung. Dass auch ich von mkeinem Handy-telefonierer angefahren werden will ist klar und sei nur nochmal sicherheitshalber erwähnt. Vielleicht sollten die Gesetzeshüter öfter auch ein Auge auf diejenigen werfen, die besondere Verantwortung für viele andere Menschen tragen und eine besondere Garantenfunktion innehaben.
(…)Täglich erlebe ich, dass unaufmerksame Autofahrer darauf zurückzuführen sind, dass sie mehr mit ihrem Handy als mit dem Verkehr beschäftigt sind. Die „Freunde und Helfer“, die häufig auch unterwegs sind, achten noch nicht einmal auf so etwas und fahren immer kommentarlos an solchen Fahrzeugen vorbei. Dies erlebe ich regelmäßig, da ich fast täglich auch an eine P.-Wache vorbeifahre. Die Tatsache, dass nicht allzu viel passiert ist einzig und allein darauf zurückzuführen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer dann meistens auf der Hut sind.
Jeder dritte Arbeitsunfall ist auf Alkohol- oder Drgenmißbrauch zurückzuführen, lautet eine News von der Arbeitsschutzmesse in Düsseldorf. Prost Mahlzeit.