Modern Times mit Online-Banking? Ein Mehr an Kundenorientierung? Also, was die Banken in ihrer Werbung versprechen, löst die Realität jedenfalls nicht ein. Ich erinnere mich an Spots mit Menschen, die im Schlafanzug mitten in der Nacht am heimischen PC ihre Bankgeschäfte erledigten. Schöne heile Werbewelt. Doch ganz anders die Realität:Am Sonntag vor dem 31.12.07 gab ich im Online-Banking einer der fünf Großbanken und einer Sparkasse mehrere Überweisungen ein – „sofort“ durchzuführen. Dieses „sofort“ bedeutet jedoch für die Geldhäuser glatte drei Tage später. Was am 30.12.2007 eingegeben war, wird am 2.1.08 durchgezogen. Endlich. Ich frage mich nur, warum die Bankcomputer Feiertage und Sonntage haben? So wie Arbeitnehmer.
In den Vor-Online-Banking-Zeiten waren an Tagen wie Heiligabend oder dem 31.12. die Filialen wenigstens einen halben Tag offen. Und da saßen echte Menschen, die ihre Kunden mit Namen freundlich begrüßten, für sie aufstanden und an den Schalter kamen, deren Überweisung eigenhändig ausfüllten, mit ihnen ein paar persönliche Worte wechselten und ihnen gleich einen Neujahrsgruß oder Weihnachtswunsch mit auf den Weg gaben. Das Beste: Man konnte sicher sein, dass die Überweisung dann ihren Lauf nahm, unverzüglich. Direkt und nicht erst am St. Nimmerleinstag. Und wenn doch, hätte es einem der Bankangestellte vorher verraten. Doch das tut das Online-Banking nicht. Warnungen wie „Achtung, immer mit der Ruhe. Was Sie grade überweisen wollen, verlässt ihr Konto sowieso erst in drei Tagen.“ Verlassen wohlgemerkt, denn ankommen tut das Geld erst am vierten Tag nach der Eingabe ins Online-Banking.
Die Banken sollten sich mal ein Beispiel nehmen an den Systemen der BKK, AOK, BEK oder den vielen anderen, an die Unternehmen am Monatsende für ihre Angestellten Geld überweisen müssen. Ein Tag Verspätung reicht und schwupps, sieben Euro Verspätungszuschlag sind fällig. Und Sie können drauf wetten, dass denen nicht nur kein einziger Verspätungstag entgeht, sondern sie sich auch zügigst melden. Wenn die Banken die Aufträge im Online-Banking so zügig von ihrer IT durchführen ließen wie die Sozialträger Mahnungen mit Strafzuschlägen rausschicken – dann würde es mit der Überweisung übers Internet einen Tag vor Silvester im Internetzeitalter auch noch im selben Jahr klappen.
Ihr Artikel ist sehr interessant, zeigt er doch ein Unverständniss gegenüber dem Gedanken des Online-Banking. Dass die Bankentage anderer Natur sind als die Tage des Jahres ist genauso bekannt wie der Fakt, dass Sie an Silvester nicht arbeiten sondern ihre Bankgeschäfte erledigen können. Und genau hierin liegen die Punkte; es ist niemals versprochen oder angedacht worden die Zeiten mit dem Feature des Online-Bankings zu ändern sondern vielmehr dass Sie bequem von zu Hause ihre Geschäfte erledigen können. Sie bekommen ja ihr Buch auch nicht in der Sekunde wo sie es bei Amazon bestellen. Allein das Bestellen oder in diesem Fall dass auführen einer Überweisung ist einfacher geworden.
Und durch den gesparten Weg zur Bank (mit wahrscheinlich gleichzeitiger Ersparniss der Überweisungsgebühren) haben Sie noch Zeit sich völlig unverständlich darüber aufzuregen.
p.s. ob die Mahnungen der Sozialträger wohl auch an Neujahr ankommen?
pp.s. Hoffentlich lesen Sie diesen Kommentar innerhalb von einer halben Stunde, weil sonst hätte ich es Ihnen ja auch per Kurier genauso schnell schicken lassen und dann wäre dieser Blog ja total sinnlos.
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