Stefan Raab spricht vielen Angestellten aus der Seele. Im Interview mit Hans Hoff in der „Südeutschen Zeitung“ sagte Raab, warum er nicht für die ARD arbeiten will: „Weil die Entscheidungswege da vermutlich dermaßen kompliziert sind, dass meine Art zu arbeiten nur schwer umzusetzen wäre“, wiegelte er ab. Warum? Raab: „Wir brauchen Freiheit und die Möglichkeit, schnell zu entscheiden. Wenn Sie für jeden Käse einen Antrag schreiben und für jeden Ko-Moderator erst durch 15 Gremien laufen müssen, ist die Flexibilität weg.“Da hat Stefan Raab zwei wahre Dinge ausgesprochen: Erstens, dass ein Arbeitnehmer sich seine Firma danach aussuchen kann – und auch sollte, wenn er einen gewissen Freiraum braucht, um wirklich Erfolg zu haben. Damit ihm keine unnötigen Steine in den Weg gelegt werden. Zumindest sobald er es sich leisten kann. Zweitens, dass in Firmen, die für alles und jedes – firmentintern – Anträge brauchen, die durch- zig Instanzen gehen müssen, einfach keine flexible Arbeit möglich ist. So kündigte eine Unternehmensberaterin ihrem neuen Arbeitgeber, der sie für ein vergleichsweise hohes Einkommen eingestellt hatte, nach wenigen Monaten – und völlig entnervt. Warum? Die Frau sollte eigentlich eine neue, aussichtsreiche Abteilung aufbauen. Nur: Für jedes Buch, das auch nur 25 Euro kosten sollte, musste sie lange Anträge schreiben – die dann liegen blieben. Unabgezeichnet. Die Bücher kamen auch nicht. Monatelang. Und so lief es in jeder Hinsicht: Große Ziele waren die Vorgabe. Doch auf der anderen Seite stellte man ihr selbst kleinliche, zusätzliche Hürden in den Weg. Nach kurzer Zeit verließ die Frau die Firma. Schon um nicht ihre eigene Karriere zu versieben.
Merkwürdig nur, dass Firmen ihrerseits von Mitarbeitern durchaus Flexibilität erwarten. Als allererstes: Frei in Zeit und Raum zu sein – und zwar für den Job. Bedingungslos und ganz selbstverständlich ohne bürokratische Hürden.
Die Unternehmensberatung hat es übrigens nie mehr geschafft, das Geschäftsfeld auf- oder geschweige denn auszubauen.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/651/167171/?CMP=NLC-SDE071022&nlsource=taeglich
Flexibilität ist ein Modewort geworden. Darunter verstehe ich die Aushölung der Arbeitnehmerrechte.
Aber das ist wohl erst der Anfang. In 20-30 Jahren wenn sich alles auf niedrigstem Niveau stabilisiert hat, werden die heutigen Tage wie Goldjahre aussehen.
Ich unterstütze die im Artikel genannte Darstellung. Wer Flexibilität fordert, muss auch selbst flexibel sein.
@Peter: Zugegeben ‚Flexibilität‘ ist ein dehnbarer Begriff, der gern als ‚Selbstaufopferung auf dem Altar des Berufslebens‘ interpretiert wird. Es liegt aber an einem Selbst, hier Grenzen zu ziehen. Man sollte Flexibilität im Beruf nicht mit ‚Nicht Nein sagen können‘ verwechseln.
Recht hat er, es wir immer alles bis ins letzte überlegt und durchgedacht. Die Letzten gut durchdachten Entscheidung egal von Bänkern, Wirtschaftsbossen oder auch Politker lassen auch zu wünschen übrig.
Also Beweglichkeit kann nicht schaden
@Die Unternehmensberatung hat es übrigens nie mehr geschafft, das Geschäftsfeld auf- oder geschweige denn auszubauen.
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Das war wahrscheinlich auch nicht das Ziel.
Die Frage ist: Wovon leben diese Unternehmensberatungen? Die sitzen auch in Jahren noch immer am gleichen Fleck und denen geht es wunderbar gut.
Hierbei unterscheidbar ist: Woher kommt die Finanzierung:
Unterscheidung ist geboten zwischen öffentlichem Auftrag und Gemeinwohl, bspw. bei der Bahn oder Post wo die Finanzierung über Forschungs- und Staatsgelder und Bahnkunden läuft, oder nur über Privatkunden, weil darum geht es.
z:B. kann sich ein Geringverdiener kein Bahnfahren mehr erlauben, weil es zu teuer ist.
Ist das im Sinne des Erfinders? Hier sind wir wiederum beim Thema: die Arbeitsleistung der kleinen Leute wird ausgebeutet ohne Gegenleistung.
Gleichfalls das Thema Frauenintegration, siehe oben, war nur vorgeschoben. Das war so geplant.
Die GEZ gebühren sind in Ordnung, zu dem Niveau das geboten wird. Der Staat also der Steuerzahler finanziert gleichfalls zu. Wir liegen alle am selben Nerv.
Mariana Mayer, alleinerziehend, tätig im Safety Bereich Bahn, aufgrund von Attacken und vorsätzlicher Ausgrenzung im Beruf seit 3,5 jahren ohne bezahlte Arbeit, seit 2 Jahren ohne Beiträge in die Sozialversicherungen